Die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer ist gesetzlich krankenversichert. Für diesen Personenkreis steigt der Bedarf an Zusatzkrankenversicherungen,
da die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse als nicht mehr ausreichend empfunden wird. Durch eine Zusatzversicherung zur GKV können die vom Gesetzgeber
durchgeführten Leistungskürzungen aufgehoben oder abgemildert werden. Beispiele für Leistungskürzungen der Vergangenheit:
- 1997 durch das Beitragsentlastungsgesetz vielen die Zuschüsse für Brillengestelle weg
- 2004 das Gesundheitsmodernisierungsgesetz beschert den GKV Versicherten die Erhöhung der Zuzahlungen für Arzneimittel auf 10%, mind. 5 € - max. 10€. Weiterhin wurde die Praxisgebühr eingeführt, seither muss jeder GKV Versicherte 10 € pro Quartal beim ersten Arztbesuch bezahlen, dies gilt auch für die Inanspruchnahmen von Fachärzten ohne Überweisung.
- 2005 wurde die Erstattung des Zahnersatzes mit der Einführung der befundbezogene Festzuschüsse neu geregelt. Dies hatte zur Folge, dass nun GKV Versicherten Patienten 35% und 50 % der Kosten selbst übernehmen müssen. Dies gilt auch für Leistungen der kassenärztlichen Grund- oder Regelversorgung.
Dass der privaten Zusatzversicherung in der Bevölkerung einen großen Stellenwert zukommt, belegen auch die aktuellen Zahlen des PKV-Verbands und des Bundesministerium für Gesundheit. Danach haben in 2010 insgesamt 21,7 Mio. GKV Versicherte eine private Zusatzkrankenversicherung abgeschlossen, dies entspricht einer Steigerung von 1,2 Millionen Policen oder 5,5% gegenüber 2008. Allerdings ist der Abschluss einer privaten Krankenzusatzversicherung mit erheblichen Kosten verbunden, welche vom Arbeitnehmer aus den Nettoeinkünften zu finanzieren sind. Ein weiteres Hindernis ist, dass für die meisten Zusatzkrankenversicherungen auch eine gesonderte Prüfung notwendig ist. Dies verhindert, dass kranke Arbeitnehmer einen solchen Versicherungsschutz einkaufen können.
Deshalb ist die betriebliche Zusatzkrankenversicherung eine sehr gute Alternative. Diese Art der betrieblichen Gesundheitsvorsorge ist in anderen europäischen Ländern schon üblich, auch bei den Arbeitgebern in Deutschland wächst das Interesse an dieser betrieblichen Absicherung.Die betriebliche Zusatzkrankenversicherung stellt für die Mitarbeitern/innen eine sehr wertvolle Absicherung dar. Allerdings muss der notwendige Aufwand für ein Unternehmen überschaubar und wirtschaftlich verträglich sein.
Als ergänzende Leistung zur klassischen Bruttolohnvergütung ist die betriebliche Krankenversicherung ideal, da diese nicht mit teuren Lohnnebenkosten verbunden ist.
Die Erfahrungen der Firmen, welche die betriebliche Krankenversicherung eingeführt haben bestätigen, dass der Wert einer betrieblichen Krankenversicherung in der Wahrnehmung der Beschäftigten einen wesentlich höheren Nutzen darstellt als eine vergleichbare Lohnerhöhung.
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