PKV
Home Kontakt
PKV Lexikon
PKV Lexikon

Grundlagen der Beitragskalkulation in der PKV

Gesetzliche Grundlage der Beitragskalkulation in der privaten Krankenversicherung sind die §§ 11 und 12 des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG).

§ 11 VAG schreibt für die Lebensversicherung bestimmte Rechnungsgrundlagen für die Ver-sicherungsbeiträge vor. § 12 VAG erstreckt den Geltungsbereich auch auf die Private Kran-kenversicherung. Das bedeutet vor allem, daß die private Krankenversicherung nur mit Alte-rungsrückstellungen betrieben werden darf.

Vereinfachte Darstellung:

Als wesentlicher Grundsatz des mathematischen Modells der PKV ist - im Gegensatz zur GKV - das Äquivalenzprinzip anzusehen. Die Anwendung des Äquivalenzprinzips erfordert, daß die Beiträge und Alterungsrückstellungen so berechnet sein müssen, daß ihr Wert unter Berücksichtigung von Zins und Zinseszins zu jedem beliebigen Zeitpunkt während der Versi-cherungsdauer der Differenz zwischen künftig zu erwartenden Versicherungsleistungen und Beiträgen für die betreffenden Versicherungen entspricht.

Es gelten weiter folgende Grundsätze:

  • Gewährleistung der dauernden Erfüllbarkeit der Verträge. Bedeutsam besonders im Hin-blick auf die auf Dauer angelegten Versicherungsverhältnisse ohne ordentliches Kündi-gungsrecht des Versicherers.
  • Sehr weitgehende Wagnisgerechtigkeit der Beiträge (Berücksichtigung des individuellen Risikos, des Geschlechts und des Alters).
  • Keine Erhöhung der Beiträge wegen des Älterwerdens der Versicherten, und zwar trotz des mit dem Alter steigenden Risikos (auf Dauer konstante Beiträge).

Zusammensetzung des Beitrags

Der Beitrag (Brutto-Beitrag) ist aus verschiedenen Komponenten zusammengesetzt. Er zerfällt in

  • den Netto-Beitrag (zur Risikoabdeckung)
  • den Kosten-Beitrag (zur Kostenabdeckung)
  • den Sicherheitszuschlag.

Der Netto-Beitrag, der eine Art "Durchschnittsbeitrag" über den künftigen Risikoverlauf dar-stellt, soll auf Dauer konstant sein, risikogerecht festgelegt werden, Risikoanteile und Sparan-teile enthalten und abhängig vom Eintrittsalter sein.

Das alters- und geschlechtsabhängige Risiko wird je Tarif statistisch erfaßt. Dadurch kann festgestellt werden, wie hoch der Leistungsbedarf in den einzelnen Personen-, Tarif- und Al-tersgruppen ist.
Alteriert man diesen Betrag durch die Zahl der Versicherten der jeweiligen Gruppe, erhält man den sogenannten "Pro-Kopf-Schaden". Der Pro-Kopf-Schaden stellt den Risikobeitrag dar. Dieser ist dann Kalkulationsgrundlage für den Beitrag.

Um dem Grundsatz der auf Dauer konstanten Beiträge gerecht werden zu können, ist es erfor-derlich, zusätzlich zum Risikobeitrag Sparanteile zu erheben. Das führt dazu, daß ein Versicherter in jungen Jahren eigentlich mehr Beitrag zahlt, als durchschnittlich zur Deckung sei-nes Krankheitskostenrisikos notwendig wäre, dieses Mehr an Beitrag aber in späteren Jahren zur Deckung des mit dem Alter steigenden und allein durch den Risikobeitrag nicht abge-deckten Risikos herangezogen wird.

Es muß also aus dem vom Versicherten zu zahlenden Beitrag eine Rückstellung für die alters-bedingten Mehrausgaben - die sogenannte Alterungsrückstellung - gebildet werden.

Vom Prinzip der Bildung von Alterungsrückstellungen darf nur bei reinen Risikoversicherun-gen abgewichen werden. So werden z.B. bei Kindern und bei einigen Mitbewerbern auch bei Jugendlichen, bei den Sonderbedingungen für Medizinstudenten im praktischen Jahr und Ärz-te im Praktikum sowie bei Schülern, Studenten und Beamtenanwärtern keine versicherungs-technischen Rückstellungen gebildet.

(Weitere Informationen zum Stichwort "Alterungsrückstellungen" siehe bitte dort.)

Zusätzlich zum Nettobeitrag ist im Beitrag ein Kostenanteil enthalten. Dieser wird zur De-ckung der beim Abschluß der Versicherung und bei der Schadenregulierung entstehenden Kosten sowie zur Deckung der Verwaltungskosten herangezogen.

Um zum endgültigen Bruttobeitrag, dem tatsächlich zu zahlenden Beitrag, zu kommen, muß nach den Vorschriften des VAG ein angemessener Sicherheitszuschlag angesetzt werden. Trotz einer gewissenhaften und vorsichtigen Bestimmung der Rechnungsgrundlagen, können dennoch bei der Kalkulation nicht vorhersehbare zufällige Schwankungen sich kombinieren und zu vorübergehenden Verlusten führen.

In der Kalkulationsverordnung gemäß § 12 c) VAG ist ein Sicherheitszuschlag von mindes-tens 5 % des Bruttobeitrages vorgesehen.

Weitere Informationen finden Sie unter den Stichwörtern

  • Alterungsrückstellung
  • Beitragsanpassung




Mit freundlicher Unterstuetzung der Hallesche Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit. Fuer die Aktualitaet, Vollstaendigkeit und Richtigkeit der Inhalte uebernimmt die Hallesche Krankenversicherung keine Haftung.
© Hallesche Krankenversicherung

Online Tarifvergleich

Kostenlos individuellen Tarifvergleich anfordern




 
Versicherungstyp
Krankenversicherung
Krankenzusatzversicherung
Krankentagegeld
Krankenhaustagegeld
Auslandsreiseversicherung
Auslandskrankenversicherung
 --------------------------------
Privat oder Gesetzlich
Leistungsvergleich
Lebensphasen
Rückkehroption
Kündigung Private Krankenversicherung
Kündigung Gesetzliche Krankenkasse
 --------------------------------
Voraussetzungen
Beitragsbemessungsgrenze
Versicherungspflicht
Berufsgruppen
Einkommensgrenzen
Gesundheitszustand
 --------------------------------
Beiträge und Kosten
Kostenentwicklung
Beitragsrückerstattung
Krankentagegeld
Arbeitgeberzuschuss
 --------------------------------
Krankenversicherungsvergleich
 --------------------------------
PKV Lexikon
Private Krankenversicherungen
Krankenversicherung Blog
Kontakt


Allerlei
Impressum
Disclaimer