Verbraucherschützer fordern ein Ende der privaten Krankenversicherung
März 10th, 2010 by Andre | 3 Comments | Filed in NewsWährend auf politischer Ebene über die Kopfpauschale gestritten wird, hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ganz eigene Vorstellungen davon, wie das deutsche Gesundheitssystem wieder auf Trab gebracht werden könnte. Der Vorstand spricht sich dafür aus, die private Krankenversicherung aufzulösen, um der Kostenexplosion entgegenzuwirken.
Der Vorstand des vzbv, Gerd Billen, begründet den Vorschlag damit, dass ein Nebeneinander von privater und gesetzlicher Krankenversicherung schlichtweg ineffizient sei. Patienten könnten zudem nicht nachvollziehen, weshalb die gleiche Leistung abhängig von der Kassenzugehörigkeit unterschiedlich viel wert sei.
Die PKV abzuschaffen ist allerdings nur einer von vielen Bausteinen, mit denen die Verbraucherschützer die Kosten in den Griff bekommen wollen. Als weiterer Posten stehen die Ausgaben für Krankenhausaufenthalte, Arzneimittel und die ärztliche Versorgung auf ihrer Liste. Hier gebe es erhebliche Reserven und werde von einem Effizienzpotential von bis zu 20 Prozent ausgegangen. „Bei zehn Prozent reden wir bereits über 50 Milliarden Euro“, so Billen.
Gespart werden könne unter anderem, wenn eine bessere ambulante Versorgung gewährleistet wäre, so der Fachbereichsleiter Gesundheit des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Stefan Etgeton. Viele Gebiete seien noch unterversorgt. Hier müsse mit Aufschlägen dafür gesorgt werden, dass Ärzte sich in diesen Regionen niederließen. Grundsätzlich müsse auch für mehr Transparenz gesorgt und den Patienten die Möglichkeit von Leistungsvergleichen eröffnet werden.
Von der Bundesregierung fordert Gerd Billen Zahlen und Daten, damit die vorhandenen Ideen bewertet werden können, und dass sie die Probleme aus Sicht der Versicherten betrachte. Ob nun eine Gesundheitsprämie komme oder das alte System fortbestehe – beides stelle kein Unglück dar.



