PKV Wechsel

Nun steht mal wieder die Zeit an in der die meisten privaten Krankenversicherungen ihren Kunden die Mitteilung über eine vom Treuhänder genehmigte Beitragsanpassung zusenden. Für einige Versicherte stellt sich die Frage ob ein Wechsel in eine andere private Krankenversicherung sinnvoll ist. Nach meiner Ansicht sollte mit diesem Thema sensibel umgegangen werden, da bei einem Wechsel in eine andere private Krankenversicherung nach heutigem Recht die Altersrückstellungen und der gesetzliche Zuschlag verloren gehen, es gibt seitens des Gesetzgebers Bestrebungen dies zu ändern, aber wann sich hier eine Bewegung abzeichnet bleibt abzuwarten. Wenn sich ein Kunde nun entschließt trotz der genannten Nachteile einen Wechsel zu vollziehen, sind zwei wesentliche Punkte zu berücksichtigen:

  1. Die Gesundheitsfragen müssen sehr sorgfältig beantwortet werden, im Zweifel lieber noch mal beim zuständigen Arzt nachfragen. Sonnst kann es passieren, dass die neue private Krankenversicherung wegen einer nicht genannten Erkrankung entweder den Vertrag wegen einer sog. vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung kündigt oder ein Angebot mit einem erheblichen Risikozuschlag unterbreitet. Selbstredend ist, dass es in beiden Fällen besser gewesen wäre in der alten PKV zu bleiben.
  2. Ein ganz wichtiger Punkt ist der technische Ablauf, gerade dann wenn es auf das Ende der Kündigungsfrist zugeht. Auf gar keinen Fall dürfen Sie Ihre bestehende Krankenversicherung kündigen bevor Sie die Annahme der neuen Privaten Krankenversicherung vorliegen haben. Sonst kann es passieren, dass die Kündigung rechtswirksam ist und der Kunde bevor er die Annahmeerklärung vorliegen hat sehr krank wird oder einen Unfall hat. In einem solchen Falle wird die gewünschte Gesellschaft den Antrag ablehnen und der Kunde steht ohne Krankenversicherungsschutz da und hat vielleicht auch keine Möglichkeit mehr einen solchen zu bekommen.

Im Laufe der Zeit habe ich schon einige Mandanten, welche wegen einer der oben genannten Punkte keine Krankenversicherung mehr hatten, konkret beraten müssen. In vielen Fällen gibt es überhaupt keine Möglichkeit mehr einen Versicherungsschutz zu bekommen.

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Comments

  1. dana says:

    hallo,
    in der FAZ vom 29 April habe ich einen Artikel über Studie von Morgen&Morgen ( PKV-Rating) gelesen. In der Studie wird behauptet, dass gute PKV´s eine Beitragsanpassung 2-4% pro Jahr durchführen. Ich bin seit 1996 in der Central ( Tarif für Ärzte mit 500 Euro Selbstbeteiligung). Die jährliche Beitragsanpassung beträgt 15-22%,mein erster Beitrag betrug vor 10 Jahren 160DM, heute 490 Euro ( keine gesunheitliche Risiken meinerseits). Ich denke über einen Versichererwechsel nach. Begehe ich einen Denkfehler? Ist so hohe Beitragsanpassung doch ein Durchschnitt? Ich würde mich über eine kurze Antwort freuen. Dana.

  2. Manfred says:

    Hallo Dana, was in den Zeitschriften steht darf man auch nicht so ernst nehmen, war gerade heute auf einem Seminar in Bezug auf die PKV- Versicherungsbedingungen. Da wurden auch Zeitschriften vorgestellt welche Ratings veröffentlichen. Die Ergebnisse waren teilweise nicht so sehr nachzuvollziehen. Ein Teilnehmer fragte sogar in wie weit die Ergebnisse mit der Anzeigenhäufigkeit korrelieren, nun das möchte ich diesen Zeitschriften nicht unterstellen, dennoch waren die Ergebnisse aus fachlicher Sicht merkwürdig. Einen Tarif mit 2 % Beitragsanpassung p.a. im Schnitt seit 1996 kommt mir schon sehr niedrig vor. Ich würde einen Tarif, der älter als 10 Jahre ist und in dieser Zeit ca. 5% p.a. Beitragsanpassung hatte, als sehr Beitragsstabil ansehen.

    Immerhin war in 1996 der Höchstbeitrag in der GKV bei 762 DM als ca 390 € gelegen. Heute sind wir bei knapp 550 € zuzüglich die eingeführten Selbstbehalte. Wenn in 2009 die Gesundheitsreform greift gehe ich davon aus, dass der Durchschnittsbeitrag inkl. Selbstbehalte bei ca 750 € liegt.
    Ihren Tarif bei der Central würde ich mir gerne ansehen, das kommt mir schon sehr hoch vor.

    Zur Central kann ich Ihnen auch noch ein paar Hinweise geben, Würde mich freuen, wenn Sie mir Ihre Telefonnummer mitteilen.

    Grüße Manfred

  3. Regina Vogt says:

    Hallo,
    seit 1995 bin ich in der PKV und zahle z.Z. 406.73 € bei einem Selbstbehalt von 800.00 € .Ich bin 58 Jahre und z.Z.Selbständig,ich überlege einen Wechsel in eine günstigere KV .Gesundheitliche Schäden liegen nicht vor.
    Gibt es eine günstigere KV für mich und lohnt sich ein Wechsel für mich ?
    Würde mich über eine fachkundige Information freuen. Regina

  4. manfred says:

    Hallo Regina,
    diese Frage kann ich so einfach nicht beantworten, da spielen zuviele Faktoren eine Rolle. Ich möchte Sie bitte mich anzurufen, oder mir eine Mail unter http://www.pkv-financial.de/kontakt.htm mit Ihrer Telefonnummer zu senden. dann können wir das telefonisch besprechen.
    Grüße manfred

  5. Hallo Manfred,
    ich bin privatversichert (Conti) mit einem Selbstbehalt i.H.v. € 600,00 p.a..
    Derzeit erhalte ich die höchstmögliche Beitragsrückerstattung (BRE) im ambulanten Bereich.
    Durch einen höheren SB könnte ich meine mtl. Belastung deutlich senken.
    Selbst wenn ich im Krankheitsfall den Selbstbehalt voll ausschöpfe (be-
    zahle) spare ich durch die niedrigeren Mts.-beiträge im Jahr noch ca. € 350,00. Bei dieser Überlegung habe ich die BRE nicht einbezogen.

    Ist ein höherer SB in jedem Fall sinnvoll oder entstehen dadurch evtl. Nachteile – auch im Hinblick auf das nahende Alter?
    Wie ist die BRE zu behandeln?

    Über Hinweise und Tipps würde ich mich freuen.

    Gruß Herbert

  6. manfred says:

    Hallo Herbert,

    auf Grund Ihres Internetauftrittes gehe ich davon aus, dass Sie freiberuflich tätig sind.
    Wie Sie richtig festgestellt haben sparen Sie durch eine höhere Selbstbeteiligung effektiv Kosten ein.
    Meiner Ansicht nach werden sie auch im Alter daraus Vorteile ziehen, weil sich die zukünftigen Beitragsanpassungen, durch den nun niedrigeren Beitrag auch weniger ins Gewicht fallen.
    Natürlich ist es Sinnvoll die Beitragsersparnis als Rücklage fürs Alter selbst anzusparen, weil die Krankheitskosten wegen der demographischen Entwicklung in der Zukunft erheblich ansteigen werden.
    Ich kann Ihnen gerne bei der Umstellung weiter helfen, gerne würde ich Sie in diesem Sinne als Mandanten gewinnen.
    Für weitere Fragen können Sie sich gerne unter http://www.pkv-financial.de/kontakt.htm
    bei mir melden.

    Grüße manfred

  7. schaumi says:

    Hallo Manfred,
    ich bin seit 1985 in der PKV (damals Vereinte), habe mich 1990 auch befreien lassen, weil ich unter Grenze kam. Leider bekam ich 1996 (mit 42) so einen Gesundheitlichen Rückschlag, so das ich 2003 die EU Rente mit 49 beantragen musste und seit dem auch beziehe. Nun soll ja nach dem Willen der Bundesregierung 2009 ein Basistarif eingeführt werden, gegen den unter anderem aber beim Bundesverfassungsgericht Beschwerde eingelegt wurde. Als EU Empfänger mit geringer Rente schreckt mich schon die angekündigte Beitragserhöhung der Versicherer ab. Ich wollte eigentlich ohne Gesundheitsprüfung in den Basistarif wechseln, da es für mich mit einem Beitrag von 700 Euro (235 Euro SB) im Monat langsam zu eng wird. Stelle zur Zeit mal die jährlichen Ausgaben den jährlichen Kosten gegenüber. Wenn das BVG die Anträge ablehnt, sollte doch ein Wechsel unter Mitnahme der Rückstellungen möglich sein, oder ? Was passiert eigentlich beim Wechsel mit der Pflegestufe bzw. Pflegegeld, kann das problemlos mitgenommen werden ?
    Ich finde es schon traurig, das die PKV im Zahntarif den Rentenbeitrag fordern kann und im allen anderen Leistungen die hohen Beträge für Ang./Selbst. Ich glaube nicht , das jemand sich seine Krankheit aussucht. 1985 hat niemand an Herrn Riester/Rürup gedacht, da sah das Gesundheitssystem noch etwas anders aus. Zurück in die GKV geht es leider nicht mehr.
    Danke für ne Antwort
    schaumi

  8. manfred says:

    Hallo Schaumi,
    das ist ja ein tragisches Schicksal, man o man.
    An Ihrer Stelle würde ich zuerst einmal Prüfen, ob der Versicherungsschutz nicht reduziert oder die SB erhöht werden kann um die monatliche Belastung zu senken. Ob der Basistarif dann viel billiger wird möchte ich bezweifeln, vor allen Dingen haben sie im Basistarif keine festgeschriebenen Leistungen mehr. Wenn Sie wollen kann ich das gerne für Sie überprüfen.
    Keine Ahnung was passiert, wenn das BVG die Gesundheitsreform einkassiert. Ich denke dann gibt es in Berlin erstmal ein mittleres Erdbeben.
    In Bezug auf die Pflege dürfte sich nichts ändern. Ja die Rückstellungen werden in den Basistarif übernommen, wenn Sie bei der Allianz bleiben.
    Grüße
    manfred

  9. schaumi says:

    Hallo Manfred,
    werde mich mal zwecks des Basistarifs bei Ihnen melden, denn schlechter als jetzt kann es nicht werden. Habe 1 Jahr prozessiert (und auch noch verloren), da mir die Krankengymnastik z.T. gestrichen wurde und das ohne einer Untersuchung. Bin wohl in den Strudel der geschockten Mitarbeiter der Allianz gekommen, die sich im Zuge der Entlassungen durch Schließungen einiger Filialen, noch retten wollten. Das alles in allem löst nicht das Problem das ein EU Rentner von der PKV als Mensch zweiter Klasse, durch die Gesetzgebung, behandelt werden kann.

    Gruß Schaumi

  10. manfred says:

    Hallo Schaumi,
    Sie sprechen da einen sehr wichtigen Aspekt an, dieser ist mir so wichtig, dass ich daraus gleich einen ganzen Artikel gemacht habe dieser wird in Kürze veröffentlicht.
    Grüße
    manfred

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  1. [...] Hier die Antwort zum PKV Wechsel an Schaumi, ich denke, dass diese Antwort so wichtig ist, dass ich diese als eigenen Beitrag veröffentlichen möchte: Hintergrund war, dass die Versicherungsgesellschaft die Leistungen für notwendige Therapien nicht erstattet. [...]

  2. [...] habe in Bezug auf den PKV Wechsel, wie so oft, meine eigene Meinung. Mein Ansatz ist die mit dem gewählten Tarif eingekaufte [...]

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