Ärztemangel: Was plant unsere Regierung

Noch in 2006 will die Bundesregierung folgende neue Regelungen für die Niederlassung als Arzt beschließen.

  • Ärzte können künftig auch Zweitpraxen eröffnen
  • Mediziner sollen als Mitarbeiter in unbegrenzter Zahl beschäftigen können
  • Die Altersgrenzen von 55 Jahren zur Niederlassung und 68 Jahren zur Berufsausübung als Kassenarzt werden nach oben gesetzt bzw ganz ausgesetzt.

Nach einem Bericht der “Berliner Zeitung” sind zudem für Ostdeutschland folgende Maßnahmen geplant.

Ärzte sollen auch in den neuen Bundesländern bis zum 3,5 fachen Satz der Gebührenordnung abrechnen können Dadurch werden die Ost-Ärzte gegenüber ihren West-Kollegen gleichgestellt.

Ich habe immer von den sog. Osttarifen, welche verschiedene private Krankenversicherungen anbieten abgeraten, da die meisten dieser Tarife nicht bis zum 3,5 fachen Satz der Gebührenordnung leisten.

Ministerium: diese Änderungen werden schnell umgesetzt werden

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) bestätigte nach dem Bericht, dass die Grundlinien unstrittig seien. Ein Gesetzentwurf sei in der Bundesregierung noch nicht endgültig abgestimmt. Im Mai solle das Gesetz vom Kabinett beschlossen werden, so die vorläufigen Planung. In Kraft treten soll das Gesetz nach Abschluss des parlamentarischen Verfahrens zur Jahresmitte, auf jeden Fall aber noch 2006

Ländliche Regionen von Ärztemangel betroffen

Schon heute gibt es in ländlichen Regionen Arztpraxen für die kein Nachfolger mehr gefunden werden kann. Den gesetztlichen Krankenkassen soll die Möglichkeit eröffnet werden, drohende Versorgungslücken in diesen Bereichen durch den Abschluss von Einzelverträgen mit Ärzten zu schließen. Dies passt natürlich den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) nicht, da diese bisher den flächendeckenden Versorgungsauftrag wahrgenommen haben. Vielleicht wäre dies der Anfang vom Ende der Kassenärztlichen Vereinigungen, meiner Meinung nach würde es für den Patienten in der gesetzlichen Krankenkasse etwas schwieriger, da er vor der Behandlung den Arzt fragen muss ob dieser mit der eigenen Kasse einen Vertrag hat. Andererseits würden die Finanzströme entflochten was zu mehr Transparenz, vielleicht zu mehr Gerechtigkeit und einer Kostenersparnis führen kann.

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