Allianz Konzern streicht 7500 Stellen

Juni 23rd, 2006 by Manfred | Filed under News, Versicherungen.

Die Allianz räumt auf. Und zwar gewaltig. Der Konzern streicht alleine im Bereich Versicherungen in Deutschland 5000 Stellen. Hinzu kommen weitere 2500 Stellen, die bei der Konzerntochter Dresdner Bank gestrichen werden sollen. Von den Stellenstreichungen erwartet sich die Allianz jährliche Einsparungen von bis zu 600 Millionen Euro. Das Unternehmen will schon lange ungenutzte Synergien realisieren und die bislang eigenständigen Sparten Krankenversicherung, Lebensversicherung und Sachversicherung zusammenführen und die dazugehörigen Vertriebswege bündeln.

Der Stellenabbau verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Sparten:

  • Lebensversicherung – 1000 Stellen
  • Krankenversicherung – 700 Stellen
  • Restliche Versicherungen 3300 Stellen

Die Allianz zählt zu den weltweit führenden Unternehmen der Finanzbranche. Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistungen sind die Kerngeschäftsfelder des Konzerns, der in 2005 mit 177.000 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 100 Milliarden Euro und einen Rekordgewinn von 4,4 Milliarden Euro erwirtschaften konnte. Mit den geplanten Kosteneinsparungen und Restrukturierungen möchte der Konzern seine Position im globalen Wettbewerb stärken.

Genau so haben auch Konzerne wie Siemens, Telekom oder die Deutsche Bank argumentiert, bevor sie Tausende von Jobs abgebaut haben. Wollen wir nicht hoffen, dass andere Konzerne die gleiche Strategie einschlagen wollen, so nach dem Motto: Je größer der Gewinn, desto größer auch der Stellenabbau. Ich verstehe schon, wenn der eine oder andere Mitbürger den Kopf schüttelt und für sich denkt: Irgendwas stimmt hier nicht.

Die Manager dort oben streichen fröhlich Stellen – und anschließend die Moneten ein. Solange Firmen selber als Handels- und Spekulationsgut betrachtet werden und damit die eigentlichen Leistungen und Produkte der Firma zur Nebensache degradieren, solange Manager auf dem Rücken der kleinen Arbeiter prämien- und gewinnorientiert in ihre eigenen Taschen wirtschaften und solange der kleine Malocher im Schachspiel der Großen nur das Bauernopfer abgibt, solange wird das nix mit: “Wir sind Deutschland!”

Wir sind nicht Deutschland, wir sind Animal Farm. Wir sind alle gleich – und einige sind noch gleicher. Die uns leiten und führen, das sind die Schweine. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich verlange eine Abschuss-Quotenregelung für Manager. Für all die vielen gestrichenen Arbeitsplätze ganz unten, müssten auch ganz oben in entsprechender Relation Stellen gestrichen werden. Vielleicht würde das ja die Restrukturierungswut unserer Manager bremsen, wenn sie zu den von ihnen verursachten Stelleneinsparungen auch noch ihren eigenen Arbeitsplatz hinzu zählen dürften.

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