Es geht an’s Eingemachte

August 17th, 2006 by Manfred | Filed under Gesundheit, Krankenversicherung.

In ihrer Finanznot will die AOK nicht mehr alle Arzneien bezahlen.

Der Chef des AOK-Bundesverbands, Hans Jürgen Ahrens hat vorgeschlagen, den Versicherten nicht mehr jedes verschriebene Medikament zu erstatten. Damit soll die anhaltende Kostenexplosion im Bereich der Arzneimittelversorgung entgegengewirkt werden. Diese Ansicht vertrat Ahrens laut einem Bericht der WELT, es soll im Rahmen der Gesundheitsreform “kassenspezifische Positivlisten” zugelassen werden. Damit würde jede gesetzliche Krankenkasse im Bereich der Arzneimittel ihr eigenes Süppchen kochen. Ich persönlich halte davon nicht sehr viel.

Ahrens meinte dazu: “Die Kassen müssen nicht immer alle Arzneimittel anbieten”. Es wäre “echter Wettbewerb, wenn die Kassen mit Pharmafirmen für einzelne Medikamente Preise und Mengen vereinbaren könnten. Die Therapiefreiheit des Arztes wäre nicht eingeschränkt. In den Eckpunkten zur Gesundheitsreform seien solche Verhandlungen explizit vorgesehen“.

Nun ist es offiziell. Beitragssteigerung bis zu 1,1 Prozent bei den gesetzlichen Krankenkassen, darüber hab ich auch schon berichtet. Nun kommt von offizieller Seite wieder mal eine Bestätigung.

Ahrens und seine Vorstandskollegin vom Ersatzkassenverband (VdAK), Dr. Doris Pfeiffer, kündigten an, dass die Beitragssätze zum Jahreswechsel nicht – wie von der Koalition angekündigt – um etwa 0,5 Prozentpunkte, sondern mindestens um 0,7 Punkte steigen werden. Was grundsätzlich positiv ist, die Schulden sollen im Rahmen der Gesundheitsreform bis Ende 2007 vollständig abgebaut sein. Dafür rechnen die Vorstandkollegen eine weitere Beitragssteigerung von 0,4 Punkten ein.

Der Schuldenstand beträgt nach eigenen Aussagen ca. 3,7 Milliarden Euro. Damit haben können wir in der gesetzlichen Krankenkasse von einer Gesamtsteigerung von 1,1 Prozent ausgehen. Dann kommen noch die Mehrkosten für den Gesundheitsfonds dazu, diese werden ja auch mit 1,5 Milliarden Euro beziffert.

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