Krach in der SPD

… oder die blühende Phantasie unserer verantwortlichen Politiker.

Hatte die letzte Woche einigen Versuchungen widerstanden über die aktuellen Diskussionen um die Gesundheitsreform zu berichten. Bin davon ausgegangen, dass die Halbwertzeit dieser Berichte, wonach die private Krankenversicherung um bis zu 36 Prozent steigen könne, viel zu kurz ist, um darüber zu schreiben. So war es nun auch.

Was aktuell zu Streit, diesmal nicht zwischen CDU und SPD (da hat es ja in den letzte Tagen genug gefunkt), sondern in der SPD selbst zwischen Ulla Schmidt und Prof. Lauterbach führt, sind die sonderbaren Berechnungen von Prof. Lauterbach. Der Mann hat eine Phantasie, da könnte sich mancher Buchautor eine Scheibe abschneiden. Unsere Gesundheitsministerin Schmidt legt sich deshalb mit Prof. Lauterbach an.

Die Kernaussage in den Medien von Prof. Lauterbach war, dass der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) durch die Reform auf bis zu 700 Euro steigen könnte. Nun die Begründung:. “Um auf ein ähnliches Versorgungsniveau wie in der privaten Krankenversicherung (PKV) zu kommen, muss ein gesetzlicher Versicherter mit 5000 Euro Bruttoeinkommen nicht nur 552 Euro Monatsbeitrag zahlen, sondern auch eine Zusatzversicherung für die ambulante Zahnbehandlung und Wahlleistungen im Krankenhaus abschließen. Die kostet durchschnittlich 49 Euro im Monat” erläuterte Prof. Lauterbach seine Berechnung in Medien. ”Und hier kommen nach den Plänen der Koalition künftig monatliche Kosten von bis zu 700 Euro zusammen – das ist Fakt”, sagte der Fraktionsexperte. Lauterbach sagte der FTD, die geplante Gesundheitsreform berge “die Gefahr, dass Gutverdiener in der gesetzlichen Versicherung künftig viel mehr bezahlen müssen und deshalb das Solidarsystem verlassen”. Deshalb schlägt Prof. Lauterbach in den Medien vor, dass der Arbeitgeberzuschuss für die Privatversicherten abgeschafft werden soll. Den Aussagen von Prof. Lauterbach widerspricht Gesundheitsministerin Ulla Schmidt heftig, in einem Interview der Wochenzeitung “Die Zeit” bezeichnet Sie die Aussagen des Gesundheitsexperten als “erkennbaren Unfug”. Dem kann ich nur zustimmen.

Was die Beitragsentwicklung angeht muss ich Herrn Prof. Lauterbach allerdings aus anderen Gründen Recht geben.

Als Beispiel möchte ich 20 Jahre zurück gehen. 1986 hatten wir einen Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenkasse von 512,40 Mark . Also kann man doch sagen, dass der Höchstbeitrag in den letzten 20 Jahren recht stabil geblieben ist, nur 1986 hatten wir noch unsere „geliebte“ alte DM. Das bedeutet umgerechnet in 1986 einen Betrag von 261,99 €.

Somit kann man sagen, dass sich der Beitrag in der gesetzlichen Krankenkasse etwa verdoppelt hat. Auf Grund  der geplanten Gesundheitsreform und der demographischen Entwicklung wird es meiner Ansicht nach keine 20 Jahre bis zur nächsten Verdoppelung dauern.

Wetten werden angenommen ;-)

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