Moderner Menschenhandel

Der moderne Menschenhandel, oder der Umgang der Aachen Münchener mit seinen Vermittlern.

Der Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) Michael H. Heinz sagt zu der Ankündigung der AM, nur noch mit der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) zusammenarbeiten zu wollen „Mit Methoden des modernen Sklavenhandels will die Aachen Münchener (AM) ihre Einfirmenvertreter abstoßen“.

Ich meine, dass die AM ihre immerhin rund 1350 hauptberuflichen Vertreter auf diese Weise kostengünstig „entsorgen“ will. Bin ich froh, dass ich als Versicherungsmakler von solchen Machenschaften nicht mehr betroffen bin. Als unzumutbar bezeichnet der BVK Präsident Heinz das Angebot der AM, die Vertreter sollten künftig innerhalb des Strukturvertriebs der DVAG arbeiten.

Nun geht der Streit um die Ausgleichszahlungen los: Der BVK meint, dass die AM die Vertragsverhältnisse nur durch Kündigung seitens des Versicherungsunternehmens beenden könne, da gegen den Willen der Vertreter ein Vertragsübergang zu der DVAG nicht möglich sei. Dadurch entstünde ein Ausgleichsanspruchs der Versicherungsvertreter in dreistelliger Millionenhöhe.

AMB-Chef Walter Thießen ist der Meinung, dass die selbstständigen Vermittler auf Basis des Umwandlungsgesetzes ausgegliedert werden. Alle Rechte und Pflichten würden unverändert auf die neue Gesellschaft übergehen, der Bestandsschutz sei gesichert, die Identität der Agenturen bliebe erhalten, deshalb sei eine Ausgleichszahlung nicht vorgesehen.

Die DVAG freut´s, nach Umsetzung der Versicherungsvermittlerrichtline in Deutscher Recht, das Gesetzes wurde gerade vom Bundestag und Bundesrat verabschiedet, müssen zukünftig alle Vermittler über eine Erlaubnis verfügen und dazu eine Prüfung ablegen. „Die DVAG wird eine Vielzahl von nebenberuflichen Vertretern verlieren“, so der BVK-Präsident „Sie wird auf den Übertritt der AM-Vertreter angewiesen sein.“

Ich meine besser zum Makler gehen, den freut`s auch und dort ist die Beratung auch objektiver.

Comments

  1. MM says:

    Hallo, das mit dem Makler ist ja auch immer so eine Sache, in der Regel wird nämlich immer nur das angeboten, wo der Makler die meiste Provision bekommt.

    MfG

  2. Manfred says:

    Hallo MM, da muss ich sehr entschieden widersprechen, dass die Versicherungsmakler nur die Produkte mit den höchsten Provisionen verkaufen. Es mag einige schwarze Schafe geben, das möchte ich auch nicht in Abrede stellen.

    Das Entscheidende war schon in der Vergangenheit, dass der Versicherungsmakler im Auftrag des Kunden die Produkte heraussucht, hier geht es in erster Linie nach den Wünschen des Mandanten, wenn ich dann auf Grund der Wünsche des Mandanten auf ein Paar gleichwertige Produkte komme, ist die letztendliche Entscheidung die des Mandanten welches konkrete Produkte genommen wird.

    Auf Grund der Vermittlerrichtlinie und der darin geforderten Dokumentation wird sich das ganze Thema Produktempfehlung noch weiter zu Gunsten der Kunden verschärfen, weil ich als Versicherungsmakler einen Vergleich (was ich bisher schon immer getan habe) erstellen muss und meinen daraus resultierenden Vorschlag auch begründen muss. Ich denke, dass die Begründung: „Weil dieses Produkt die beste Courtage bietet“ in einem Prozess wegen fehlerhafter Beratung den Richter nicht unbedingt überzeugen wird. Außerdem muss der Mandant diese Begrünung auch unterschreiben, da frage ich mich wer solches tun würde ;-)

    Wenn die Begründung fehlerhaft oder zurechtgebogen wäre, ist der Makler spätestens vor Gericht dran.

    Grundsätzlich habe ich mir über dieses Thema auch schon meine Gedanken gemacht, die Alternative wäre die Honorarberatung, das fände ich sehr spannend, leider gibt es in diesem Bereich noch keinen Markt. Zum einen gibt es nur 2 PKV Unternehmen welche provisionsfreie Tarife anbieten, zum anderen gibt es noch nicht sehr viel Mandanten welche für eine qualifizierte Beratung in Sachen privater Krankenversicherung ein angemessenes Honorar bezahlen würden. Dies hätte für mich den wesentlichen Vorteil, dass ich vor meiner Dienstleistung das Honorar erhalten würde und damit sicher eine entsprechende Entlohnung für meine Dienste erhalte. Heute ist es leider oft Standard, dass der Kunde sich von 4- 5 Makler die Angebote geben lässt und nur einer damit Geld verdient, aber alle 4 Makler mit dem Vorgang Arbeit hatten.

    Viele Grüße

    manfred

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