Heute möchte ich meinen werten Lesern mal über ein ganz neues Thema berichten. Damit möchte ich auch deutlich machen, dass ich nicht nur im Bereich der Krankenversicherung etwas zu sagen habe.
Das Geschäft mit dem 2. Markt Lebensversicherungen blüht immer mehr auf, viele Lebensversicherungskunden, nun auch in Deutschland, verkaufen lieber Ihre Police, als diese zu kündigen. (Der neuste Hit ist die Anfechtung der Police, wer hier weitere Informationen benötigt um seine ungeliebte Kapitallebens- oder Rentenversicherung los zu werden, darf sich gerne bei mir melden.)
In diesem Bereich muss man 2 unterschiedliche Modelle unterscheiden:
1. Die deutsche oder britische Lebensversicherungspolice:
Diese werden von Fonds gekauft, an diesen Fonds kann sich der geneigte Anleger in Form einer sog. „geschlossenen Beteiligung“ (hier gibt es die unterschiedlichsten Geschäftsmodelle) beteiligen. Während der Restlaufzeit der Police übernimmt der Fonds die Prämienzahlung der Police. Die Rendite wird durch die Auszahlung bei Ablauf der Police ermöglicht, da der eigentliche Wert der Versicherung (dieser entspricht dem Deckungskapital) wesentlich höher liegt als der Rückkaufwert. Versüßt wird das Geschäft für die Anleger durch den bei Ablauf anfallenden Schlussbonus.
Hier habe ich ein sehr interessantes Angebot, welches als Beteiligung in Form einer Kommanditgesellschaft aufgelegt wird. Das eingesammelte Kapital wird zusätzlich durch ein Bankdarlehen, welches vom Initiator eingebaut wird, erhöht und in Policen führender englischer Versicherer mit umfangreichen garantierten Werten investiert. Ich finde dieses Konzept sehr interessant als Beimischung in einem gut sortierten Depot.
2. Die US-Policenfonds, oder das Geschäft mit dem Tod:
Hierbei handelt es sich um eine sehr makabere Variante des oben genannten Modells. In der Regel werden in den USA zur Risikoabsicherung keine kapitalbildenden Lebensversicherungen abgeschlossen, sondern Risikolebensversicherungen welche bis zum Tod der versicherten Person abgeschlossen werden.
Ein weiterer Unterschied ist, dass die Prämie jährlich neu festgesetzt wird. In Deutschland kennen wir in der (Risiko) Lebensversicherung nur eine gleichbleibende Prämie, welche für die gesamte Laufzeit festgeschrieben ist (wenn man eventuelle Dynamisierungen außer Acht lässt). Das bedeutet, der Versicherer kalkuliert den Beitrag so, dass der Kunde zu Beginn der Versicherung wesentlich mehr bezahlt als das für das eigentliche Risiko notwendig wäre. Dafür bleiben die Prämien während der Laufzeit konstant, weil der Anfangs erhobene Mehrbeitrag dann abgeschmolzen werden kann. Nicht so in USA, da sind die Policen zu Beginn der Versicherung und einem entsprechend günstigen Risiko auch entsprechend billig, nur steigen die Prämien nach dem versicherungsmathematischen Risikoverlauf entsprechend an.
Wenn nun die Prämien zu teuer werden, kommt auch der eine oder andere Amerikaner auf die Idee seine Risikopolice zu verkaufen. Der Käufer spekuliert mit dem Kauf der Police auf den Tod des Verkäufers, ich sagte ja das ganze ist recht makaber. Nun gibt es noch ein Problem, wer weiß wie lange der Verkäufer noch lebt??? Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist das auch kein Problem, da gibt es Gutachter welche sich auf solche Expertisen spezialisiert haben. Entsprechend der Höhe der Versicherungssumme und der gutachterlich festgestellten Lebenserwartung wird dann ein Preis für diese Police festgelegt.
Auch hier gibt es in Deutschland Anbieter entsprechender Fonds, allerdings scheint dieses Geschäftsmodell nicht ganz unproblematisch zu sein, denn der Anbieter HPC in Hamburg teilte seinen Anlegern mit, dass die Ausschüttungen bei den Fonds HPC US Life 1 und 2 für das Jahr 2006 ausfallen müssen.
Die Verkäufer der beschriebenen US- Policen scheinen länger zu leben als von den Gutachtern angenommen worden. Ich gönne jedem Menschen ein langes Leben, auch den Verkäufern solcher Policen. In Deutschland hat die Langlebigkeit der „Todgeweihten“ nun zu Konsequenzen geführt, die ersten Anbieter solcher Beteiligungsmodelle verabschieden sich aus diesem meiner Ansicht recht zweifelhaften Geschäft.



