Ist die gesetzliche Krankenkasse (GKV) langfristig noch finanzierbar?

Einen interessanten Artikel veröffentlichte dazu Medizinsoziologe Professor Jost Bauch von der Uni Konstanz in der Ärztezeitung. Darin war Prof. Bauch der Meinung, dass der Leistungsumfang der GKV nicht mehr finanzierbar wäre. Wichtig sei eine gesellschaftliche Diskussion über den Umfang einer solidarisch finanzierten Grundversorgung. Man müsse darüber Nachdenken, ganze Leistungsbereiche aus der solidarischen Finanzierung heraus zu nehmen. Als ein Beispiel nannte er den Bereich der Zahnmedizin.

Die GKV könne zukünftig nur noch die Grundversorgung abdecken, andernfalls werde es zu einer stärkeren Rationierung z.B in Form von Wartelisten kommen. In einem Vortrag an der Kieler Hermann Ehlers Akademie sagte Prof. Bauch “Ich weiß keine Lösung, außer dass wir künftig den Gürtel enger schnallen müssen”. Für die Lösung der Probleme wie z.B Überalterung, und die Überschuldung und Überforderung der Sozialsysteme gäbe es keinen Königsweg.

Die Verantwortlichen wurden auch gleich gefunden, dies wären, nach Prof. Bauch die Generation der zwischen 1940 und 1970 geborenen Menschen in Deutschland. “Wir haben alles an Wohlstand verzehrt, was da war”, sagte Prof. Bauch. Für ihn steht fest: “Man war zu faul, für den gewünschten Wohlstand lange genug zu arbeiten“.

Das ist ja schon von anderer Seite bekannt, auch der von mir sehr geschätzte Prof. Raffelhüschen nennt diese Nachkriegsgeneration in Bezug auf die Demographische Entwicklung „den größten Rohrkrepierer“. Seit Mitte der 60 Jahre, als die Pille Einzug hielt, sank die Geburtenrate in Deutschland auf den Stand der letzten Kriegsjahre im 2. Weltkrieg und da hatten die Männer leider anderes zu tun.

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