Dr. Claus Wendt, tätig im Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung an der Universität Mannheim führte für die Monatszeitschrift des Wirtschafts- und Sozialwissentschaftlichen Institutes der gewerkschaftsnahen Hans- Böckler- Stiftung in Düsseldorf eine Umfrage durch, welche die Unzufriedenheit der deutschen Bevölkerung gegenüber den vielen Veränderungen im Gesundheitswesen zur Geltung bringt. Vergleicht man Deutschland mit anderen EU- Ländern, so stellt man fest, dass diese zwar auch nicht hundertprozentig glücklich mit ihrem Gesundheitssystem sind (in der Studie wurde ein großes Aufkommen der Verstimmungen schon 1985 festgestellt), aber am meisten davon waren die Deutschen betroffen.
In einem Punkt jedoch sind sich alle einig: der Staat hat die Verantwortung für die finanzielle Unterstützung kranker Menschen (zwischen 1996 und 2002 erhöhte sich die Anzahl der Befragten, die dieser Meinung waren von 57% auf 60%).
Aber es gibt auch Menschen die ihr System gut finden. Die meisten davon findet man in Österreich. Dort wurden in den sechziger Jahre alle Menschen, unabhängig ihres Verdienstes in die gesetzliche Krankenkasse eingefügt und seit dem ist der Zufriedenheitsgrad von 64% auf rund siebzig Prozent hoch gewandert. Das Problem ist nur, dass Österreich vermutlich auch den gleichen demographischen Wandel durchmachen wird wie in Deutschland, dies wird zwangsweise zu den selben Problemen führen wie bei uns führen.
Die von Dr. Wendt durchgeführte Studie ist ein Part eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Vorhabens, die politisch- gesellschaftliche Entwicklung nachzuvollziehen. Dabei wurden einige Resultate von 2002 mit denen von 1996 gegeneinander abgewägt. Diese Zeitspanne ist aufgrund gravierender Veränderungen des Gesundheitssystems für viele Forscher in diesem Fachgebiet ein Eldorado der Forschungsergebnisse. Eines konnte Dr. Wendt allerdings aus dem Stegreif feststellen. Die Zahlungen der Kassen wurden nach jeder Reform gemindert und die Beiträge erhöht. Was der Forscher allerdings auch erläutern konnte, war das sinkende Vertrauen der verschiedenen Bevölkerungen in ihre Systeme.



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