Gesetzliche Krankenversicherung: Probleme und Entwicklung der Rabattverträge der AOK

Aufgrund von andauernden Schwierigkeiten im Versand von Medikamenten, annullierte die AOK Rabattverträge von zwei Präparaten mit sofortiger Wirkung. Der Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern, Dr. Helmut Platzer mahnte an, dass dies kein Einzelfall sein wird und dass auch andere Hersteller, bei denen es andauernde Lieferprobleme gibt, mit einer Kündigung rechnen müssen. Zu den ersten Zulieferern, die den Laufpass bekamen gehören die Firma Actavis, welche als Lieferant für Herzmedikamente (Molsidomin) zuständig war und Basics, welche Blutdruckpräparate (Terazosin) herstellen und entsprechend lieferten.

Die Apotheken äußerten im April 2007 die Vorahnung, dass vor allem die von Kleinbetrieben hergestellten Generika knapp werden. [Generika sind Nachahmungen von meist teuer gehandelten Medikamenten. Nach Ablauf der Patentrechte werden die Generika legal hergestellt, wobei die Wirkstoff des Plagiates mit dem des Originalen identisch sind. Die Generika werden anschließend billig verkauft. Wesentliche Unterschiede gibt es in den Herstellungsverfahren und den verwendeten Hilfsstoffen. Ob sich dadurch die Wirkung und Nebenwirkungen verändern, ist in Fachkreisen heftig umstritten]

Die AOK Baden-Württemberg, welche innerhalb der AOK-Verbände bei den Rabattverträgen eine leitende Position hat, versicherte jedoch, dass es trotz Engpässen keine ernsthafte Versorgungsschwierigkeiten geben wird.

Auch die Ärzte sollen von den Rabattverträgen profitieren. So sollen die Ärzten selbst mit dreißig Prozent an den Einsparungen beteiligt werden. Dabei kommt die AOK in Konflikt mit dem Gesetz, da die Ärzte für die Verordnung festgelegter Präparaten kein Geld bekommen dürfen. Die AOK-Württemberg berief sich jedoch auf die Standesordnung des Bundeslandes, welche lediglich Geldprämien von den Vertreibern die Medikamente untersagt.

Trotzdem stößt dieses Konzept auf Widerstand: Der Allgemeine Patientenverband fürchtet eine neue Welle der Kriminalität: „Solche Kick-back-Geschäfte sind eine Verleitung zur Korruption“. Der Präsident Christian Zimmermann vertritt zudem noch die Meinung, wie er es in einem weiteren Zitat bestätigt, dass das Geld bei den Patienten besser aufgehoben sei.

Trackbacks

  1. [...] Die Auswirkungen der Rabattverträge bekommen vor allem Apotheker zu spüren. Ältere Patienten sind häufig verwirrt. Sie erhalten nicht mehr Medikamente, die sie seit Jahren von ihrem Hausarzt verschrieben bekommen haben. Dass der Wirkstoff derselbe ist, wissen Patienten selten. Apotheker sind verpflichtet, nur noch Pharmaerzeugnisse herauszugeben, die im Katalog der jeweiligen Versicherung auftauchen und mit denen sie Verträge geschlossen haben. Der Aufwand bei über 200 Versicherer in Deutschland ist natürlich immens. Die Idee des Gesetzgebers, Kosten zu senken, entwickelt sich durch den Unwillen der Krankenkassen zum Eigentor und verpufft ungenutzt. [...]

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