Gestern kam ein Bericht im TV Magazin Monitor über das Thema Riester und Grundsicherung (als Grundsicherung bezeichnet man heute die Sozialhilfe im Alter). Darin wird festgestellt, dass sich für viele Geringverdiener riestern nicht lohne, weil bei solchen Personen die Grundsicherung höher sei als die Rente. Da eine Rentenleistung aus dem Riestervertrag auf die Grundsicherung angerechnet wird, würde sich diese Rentenleistung aus dem Riestervertrag in der Grundsicherung auflösen. Zitat: Viel würden heute Riestern, damit der Staat morgen Milliarden Euro einsparen kann.
In Bezug auf die Fakten stimme ich den Aussagen in dem Beitrag zu, als Ergänzung ist zu sagen, dass dieses angesprochene Problem nicht nur auf Riester, sondern auf alle Altersvorsorgeprodukte z.B. auch „normale“ Rentenversicherungen zutrifft. Je geringer das Rentenniveau in Zukunft wird je größer ist natürlich auch das Problem, dass noch mehr Menschen diese Grundsicherung benötigen werden.
Davor, dass es sich beim Abschluss einer Riesterrente um eine Falschberatung handelt könnte, warnen inzwischen auch der eine oder andere Maklerpool. In einem Rundschreiben meinte der Maklerpool:
Hätten die Kunden z. B. einen Fondssparplan bespart, welchen sie sich VOR Rentenbeginn auszahlen lassen hätten UND wenn sie dieses Geld z. B. für ein Auto verbraucht hätten, um im Alter weiter mobil zu bleiben, dann würden sie im obigen Fall nicht 0,00 Euro monatliche Grundsicherung erhalten, sondern 330,90 Euro monatlich.
Ich habe da so meine Probleme mit dieser Argumentation.
Das heißt doch man solle sich lieber ein Auto kaufen und das Allgemeinwesen soll sich um den Lebensunterhalt (und den Unterhalt für das Auto) kümmern, ich kann dazu nur sagen verkehrte Welt. Da würde ich es auf einen Schadenersatzprozess wegen Falschberatung ankommen lassen. Es kann doch nicht sein, dass man Menschen ernsthaft vorschlägt, das Geld welches für die Altersvorsorge gedacht war zu verprassen, weil die Allgemeinheit den Lebensunterhalt über Steuern schon finanzieren wird.
Das ist wie in dem Zitat von Monitor… dass der Staat Milliarden spart… Als ob der Staat irgendein fremdes Wesen wäre, dass für alle Eventualitäten die nötigen Mittel zur Verfügung stellt. Dieser Logik kann ich nicht folgen, der Staat sind wir, die Bürger und auch die Politiker, welche durch Gesetze die Rahmenbedienungen mal gut, mal weniger gut gestalten.
Wenn sich jeder Bürger nur noch auf die Sozialleistungen verlassen würde, wo soll dann das Geld für diese Wohltaten herkommen.
Was ist, wenn in Bezug auf die Grundversorgung bis dahin andere Gesetze gelten, vielleicht sind diese Gesetze bis dahin längst abgeschafft. Dann haben Finanzdienstleister vielleicht eine Klage am Hals weil Fondssparpläne und keine Altervorsorge verkauft wurde und das m. E. zu Recht. Womit ich nicht gesagt haben möchte, dass ein Fondssparplan nicht zur Altervorsorge dienen kann. Welche Form der Altervorsorge gewählt wird, ist eine sehr individuelle Angelegenheit.
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