Wer sein Geld in Fondssparpläne investiert, macht nach dreißig Jahren weniger Gewinn, als beispielsweise jemand, der eine Lebensversicherung abschließt. Selbst bei einer Laufzeit von zwölf Jahren ist die Lebensversicherung mit einer um 0,5% höheren Rendite profitabler, als die Sparpläne. Den Grund dafür findet man bei den Verwaltungs- und Abschlusskosten, die in den Fondssparplänen deutlich höher sind, als in der Lebensversicherung.
Zu diesem Resultat kam der Professor Dr. Oskar Goecke vom Institut für Versicherungswesen (IVW) und stellte seine Erkenntnisse auf dem Pressekolloquium des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) vor.
Berechnet wurde dieser Vergleich mit folgenden Werten:
- eingezahltes Kapital: 1000€ jährlich
- kalkulierter Zinssatz (brutto): 5%
- Berechnungen bei Lebensversicherungen:
- – Abschlusskosten bei Vertragsbeginn: vier Prozent pro Laufzeitjahr (einmalig)
- – laufende Verwaltungskosten: sechs Prozent der im Jahr eingezahlten Beiträge
- Berechnungen des Sparplans:
- – Ausgabeaufschlag: fünf Prozent der im Jahr gezahlten Beiträge
- – laufende Verwaltungskosten: ein Prozent des gesamten Kapitals
Nach Abzug der Abschluss- und Verwaltungskosten erhält man bei der Lebensversicherung (zwölf Jahre Laufzeit/ 1000Euro im Jahr) eine jährliche Rendite von 3,23%. Daraus ergibt sich, dass die Kosten 1,77 Prozent betragen. (Zinssatz = 5% [siehe oben] -> Jahresrendite = 3,23% -> Renditenabschlag = 1,77%)
Unteri gleichen Umständen (Einzahlung, Laufzeit,…) bekommt man bei einem Fondssparplan 3,18 Prozent, sodass der Renditenabschlag 1,82 Prozent beträgt. Wenn bis zum Ende der Laufzeit 12000 Euro eingezahlt wurde, dann bekäme man bei den Sparplänen 52 Euro weniger als bei der Lebensversicherung.
Auch wenn langfristig die Lebensversicherung besser abschneidet, so ist ein Sparplan dann empfehlenswert, wenn man nicht sicher ist, ob man das Geld vor Ende der Laufzeit benötigt. Berechnungen haben ergeben, dass man bei einem Beitrag von 1000€ jährlich und einer Laufzeit von 30 Jahren (Zinsen und Kosten: siehe oben) bei der Lebensversicherung knapp 5500€ mehr in der Tasche hat, als bei den Sparplänen.
Der Abschlag nach dreissig Jahren beträgt bei der Lebensversicherung 9,372 Euro. Bei dem Fondssparplan liegt die Höhe der Kosten bei 14,836 Euro. Würde die Laufzeit jedoch nur zwanzig Jahre andauern, so ist der Fondssparplan rentabler. Bei längerer Dauer ist dies nicht mehr der Fall, wobei der Wertunterschied mit der Zeit zu Gunsten der Lebensversicherung immer größer wird.
Ich finde die eine sehr Interessante Berechnung, dass der Fondssparplan auch nicht immer das gelbe vom Ei ist. Ein wesentlicher Punkt wurde von Herrn Professor Dr. Oskar Goecke aber überhaupt nicht mit einbezogen, nämlich die Frage wie sich ein Fondssparer verhält, der nach 5 oder 10 Jahren ein nicht unbeträchtliches Vermögen frei zugänglich in einem Fonds angelegt hat, wenn das Auto oder der Fernseher kaputtgegangen ist. Wäre es möglich, dass dann die Altersvorsorge im Konsum landet? Dazu passt die Aussage welche ich vor geraumer Zeit auf einem Seminar zum Fondssparen gehört habe, dass der durchschnittliche Fondssparplan ca. 5-7 durchgehalten wird.
Randbemerkung: Eine Lebensversicherung kann man natürlich auch einfach verkaufen, doch wird mit der Einführung der Abgeltungssteuer auf Lebensversicherungen ab dem Jahr 2009 das Ganze komplizierter und je nach Konstellation auch weniger attraktiv.



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