Wie man „damals“ darüber dachte und wie es sich bis „heute“ entwickelt hat …
Die Inhalte des Konzeptes der VVG-Reform haben zur Konsequenz, dass möglicherweise viele Versicherungs- Vermittler ihren Job verlieren werden. Diese Kritik musste sich die Regierung sowohl von der Gewerkschaft Verdi, als auch vom PKV-Verband gefallen lassen. In einem Zitat erklärt Verdi, dass mit einer solchen Schärfe an Beanstandungen seitens der Betriebsräte nicht gerechnet wurde. „Die Heftigkeit der Reaktionen hat selbst uns überrascht“.
Das Modell sah unter anderem einen besseren Informationsgehalt für den zu Versichernden vor, mit dessen Hilfe der Kunde den Vertrag exakter interpretieren kann (mehr dazu in meiner persönlichen Meinung am Schluss). Dies sei verschiedenen Meinungen nach, nur das geringste Problem, was jedoch die Betriebsräte so zur Weißglut treibt ist, dass der Versicherungsvermittler zukünftig verpflichtet ist, den Versicherungsbedürftigen die Summe der Abschlusskosten auf den Cent genau vorzuführen. Die in diesem Zusammenhang verwendeten Ausdrücke, wie „wirklichkeitsfremd” oder „Schwachsinnsverordnung” waren noch die gemäßigteren Bezeichnungen für diesen Teil der Reform.
Dies erläuterten die Kritiker (Verdi, usw…) auch dem Bundesinnenministerium der Justiz (BJM). Dabei machten sie deutlich, dass die Reform den Versicherungsgebern vorschreibe, dem Kunden die Risiken und Kosten in einer unangemessenen Weise so unter die Nase zu reiben, dass das Vertragsverhältnis nachhaltig gestört wird, falls dann überhaupt eines zustande kommt. Nach Ansicht des Leiters der Bundesfachgruppe Versicherungen, Richard Sommer sei eine solche Regelung daher nicht im Interesse der Regierung, da die eher schwächelnde Sozialversicherung ebenfalls potentielle Kunden abschrecken wird. Ebenfalls sieht es Verdi kommen, dass die Versicherungsnehmer zukünftig etwas vom „Kuchen“ der Provisionen abhaben wollen und dies als Voraussetzung für ein Versicherungsverhältnis gegenüber dem Vertragspartner geltend machen. Aber nicht nur die Verunsicherung der Kunden ist das Problem, sondern auch eine durch Gesetze und Neuregelungen resultierende Minderung der abgeschlossenen Geschäfte führe zwangsläufig zu Entlassungen im Innendienst.
Nach Meinung der GDV sollte der Versicherer nicht verpflichtet sein, den Betrag der Abschlusskosten in Form von Geld preiszugeben, sondern diesen als Prozentsatz darzustellen.
Jetzt (Mitte Januar 2008) ist die Reform schon seit einigen Wochen in Kraft getreten und eine der ersten negativen Auswirkungen, die ich persönlich zu spüren bekam und bekommen werde, ist ein extremer Zettelkrieg, der mit der Reform ausgebrochen ist. Die einfachen „Beilagen“ des eigentlichen Antrages umfassen schon mehrere klein gedruckte A4 Seiten, die von Versicherungsvermittlern (oder Maklern) allesamt durchgelesen werden müssen, um eine Falschberatung, ect. zu verhindern. Und dies alles nur, damit der Kunde zumindest offiziell „informiert“ wurde, obwohl man davon ausgehen kann, dass dieser sowieso mehr oder minder auf Durchzug schaltet, wenn er von den ganzen Infos überflutet wird.



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