Die SPD strebe eine gesetzliche Regelung an, nach der freischaffende Erwerbstätige sich für die späteren Jahre absichern sollen. Die Höhe dieser Altersvorsorge wäre dann durch eine Untergrenze festgelegt. Mit diesem Beschluss, auch als „Mindestabsicherungspflicht“ genannt, versuche man die Selbständigen, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, vor Geldnot im letzten Lebensabschnitt zu schützen, so der ehemalige SPD- Fraktionsgeschäftsführer und heutige Bundesministerium für Arbeit und Soziales Olaf Scholz.
Auch wenn es ihm ein Anliegen ist, dass jeder vor der Altersarmut geschützt wird, so ist er der Meinung, dass die von der Neuregelung Betroffenen ihr Vorsorgekonzept selbst ausgestalten. Die Regierung sollte dementsprechend ein Modell vorstellen, mit verschiedenen Investierungsmöglichkeiten. Dies werde dann auch verhindern, „dass sich Menschen ohne Sozialversicherung quasi zu Dumpingpreisen als Selbstständige anbieten müssen“.
Das ist doch wieder typisch einerseits alles vorschreiben wollen, andererseits Gesetze wie z.B. die neue Abgeltungssteuer zu verabschieden, welche das vernünftige Vorsorgen in renditestärkeren Anlagen möglichst unattraktiv werden lässt.
Dass es insbesondere auch für Selbständige und Freiberufler wichtig und sinnvoll ist private Altersvorsorge zu betreiben, möchte ich an dieser Stelle sehr hervorheben, zumal i.d.R. keine oder nur geringe Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu erwarten sind.
Andererseits ist es für uns Selbständige und Freiberufler besonders wichtig über freie Liquidität zu verfügen, denn ich kann meine Geschäftsentwicklung nur begrenzt planen, da diese von sehr vielen Unwägbarkeiten (z.B. die neuen gesetzlichen Regelungen) abhängt. Wenn es nun einmal zu einem finanziellen Engpass kommt, nutzt mir ein starres Konzept, was eine gesetzliche Vorgabe immer darstellt, nichts. Das kann man sehr gut an dem Beispiel der für Selbständige und Freiberufler besonders geeigneten Rürup Rente zeigen.
Ich als verheirateter Selbständiger kann bis zu 40.000 € in die Schicht eins (z.B. Rürup Rente) einzahlen. Dieser Beitrag wird dann steuerlich berücksichtigt, was grundsätzlich gut und sinnvoll ist, da bis zur Einführung dieser Altersvorsorgemöglichkeit keine steuerlich begünstigte Altervorsorge für mich möglich war. Nur wenn ich meine gesamte freie Liquidität in diese Altervorsorge einzahlen würde und ich einen Einbruch der Abschlüsse verkraften müsste, hätte ich ein gewaltiges Problem, wenn ich diese Zeit nicht überbrücken könnte.
Nichts für ungut Herr Bundesminister, wenn ich mir so Ihren Lebenslauf im Internet ansehe, kann ich gut verstehen, dass Sie solche Gedanken nicht so ganz nachvollziehen können. Deshalb hoffe ich schon, dass Ihre Pläne (welche im Grunde gut gemeint sind) nicht verwirklicht werden können.



Hallo Herr Walter
Am 1. April trat die Gesundheitsreform in Kraft. Es wurde doch die Regelung für niedrigere Beiträge bei geringverdienenden Selbstständigen in der PKV mit beschlossen. Der Mindestbetrag für beitragspflichtige Einnahmen beträgt nun 1225 Euro. Gilt das für alle Selbständigen oder nur Existenzgründer? Gilt das auch für alle Krankenkassen? Meine kennt diese neue Untergrenze nicht und geht von 1837 Euro aus.
Hallo Mike,
komme leider erst heute zum antworten, hatte recht viel zu tun, dafür bitte ich um Verständnis.
In der PKV ist der Beitrag nicht vom Einkommen abhängig, deshalb spielt eine Einkommensgrenze auch keine Rolle. Mit der Einführung des Basistarifes ab 2009 werden für Bedürftige niedrigere Beiträge eingeführt. Wie hoch die seine werden kann ich aber nicht sagen
Grüße
Manfred
ich bin 48 jahre alt, musste meine tochter 2 jahre lang pflegen bis sie dieses jahr im märz verstarb und bekomme hartz 4, weil ein arbeiten wegen der pflege nicht möglich war (zellweger-syndrom).
ich hätte die möglichkeit als selbständiger (bühnenbau/stagehand) zu arbeiten, allerdings käme ich vielleicht auf einen durchschnitt von maximal 700 euro im monat. privat versichern? absolut unmöglich. bei der gesetzlichen bleiben? gern, aber der mindestbeitrag ist immer noch zu viel für mich. ergo: ich beziehe weiterhin hartz 4.
dummes deutschland.
Hallo Peter,
was soll man zu einem solchen Schicksal sagen, mir fehlen einfach die Worte.
Grüße
manfred