Neues zum Thema „Kosten für Medikamente“

Februar 5th, 2008 by Manfred | Filed under GKV, Gesundheitsreform.

Ulla Schmidt plant Projekte zur Preissenkung

Infolge der Veröffentlichung des Arzneiverordnungs-Reports 2007 machte die Bundesgesundheitsministerin, Ulla Schmidt deutlich, dass der Fortschritt und die Stabilität der Arzneimitteltherapie und auch die der gesetzlichen Krankenkasse nur dann weiterhin aufrecht erhalten werden kann, wenn jeder der Mitwirkenden seinen Teil dazu beiträgt.

Kann es sein, dass diese Aussage als Eingeständnis zu werten ist, dass die Kosten für Medikamente in Zukunft von der gesetzlichen Krankenkasse nicht mehr im gewohnten Maße erstattet werden ?

Damalige Entwicklung der Arzneikosten (vor 2-3 Jahren): In den ersten drei Monaten des Jahres 2006 stiegen die Kosten für Medikamente um 10½ Prozent. Das Arzneimittel-Wirtschaftlichkeits-Gesetz schob dem einen Riegel vor, sodass die Ausgaben in den Folgemonaten bis Jahresende 2006 geringer waren, als im Jahr 2005. Insgesamt stiegen die Kosten für Medizin nur um 1,8% an.

Anfang 2007 konnte man einen großen Preisaufschwung erkennen, für den die Mehrwertsteuererhöhung verantwortlich gemacht wurde. Innerhalb der ersten sechs Monate verteuerten sich die Medikamente um 5,2%, was einem Prozentwert von 12,5 Milliarden Euro entspricht. Der Professor Ulrich Schwabe und Doktor Dieter Paffrath, welche den Arzneiverordnungs-Report veröffentlicht hatten, waren der Meinung, dass das Eingreifen des Gesetzgeber, mittels der Einführung einer Ausgabesteuerung, eine große Überteuerung von Präparaten verhindert habe.

Schmidt listete wesentliche Bestandteile dieses Steuersystems auf:

  • Erlass der Zuzahlungsgebühr für Präparate, die in der Apotheke zu einem Preis angeboten werden, der einen Festbetrag mit 30% unterschreitet
  • Die Ausschöpfung von sogenannten „Wirtschaftlichkeitsreserven“, in den gruppierten Festbeträgen
  • Die Prohibition von Naturalrabatten, kombiniert mit Ermäßigungen von bis 10% bei Generika- Präparaten

Eine harte Nuss werden ebenfalls die sogenannten „Spezialpräparate“ für die Ministerin sein. Obwohl der Vertrieb solcher Medikamente unter relativ wenigen Auflagen stattfindet, fallen auf diese besonderen Medikamente ein Fünftel der Kosten von Präparaten.

Schmidt will mittels Verordnungen und Regelungen Entwicklungen auf diesem Gebiet ermöglichen.

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