Wenn die deutsche Rente kollabiert …

Die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) warnte davor, dass die deutsche Rente den zukünftigen Rentnern einen ungenügenden Schutz vor Verarmung im Alter bietet. Im Moment sei die Rente noch stabil, so Monika Queisser, OECD- Rentenexpertin. Betroffen sein werden zukünftig Erwerbstätige mit einem geringen Einkommen, bzw. Personen, die zwischendurch arbeitslos waren (und somit kein Geld in das Rentensystem einzahlten). „Die Renteneinkommen sind nun einmal das Resultat des Erwerbslebens. Und wenn das Erwerbsleben zunehmend Lücken und karge Jahre aufweist, dann schlägt sich das bei der Altersabsicherung nieder“, machte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider, deutlich.

Auch wenn die Rente nicht die Goldgrube schlechthin ist, so leiden die wenigsten Rentner wirkliche Armut. Anders wird es zwischen 2040 und 2050 sein. Ob die zukünftigen Rentner dann noch ihre Grundbedürfnisse stellen können, ist unklar, zumal eine gesetzliche Grundlage zur Sicherheit gegen Armut im Alter fehlt, auch für Geringverdiener. Auch wenn im Moment lediglich 2,5% der Rentenbezieher die Grundsicherung erhalten, so könnten schon innerhalb eines Viertel Jahrhunderts erste Anzeichen der drohenden Katastrophe sichtbar werden. Schneider, formuliert es folgendermaßen: „Gerade vor dem Hintergrund sinkender gesetzlicher Rentenniveaus müssen wir davon ausgehen, dass es in Deutschland im Jahr 2020/2030 eine Altersarmut von zehn Prozent oder mehr geben wird“.

Auch wenn die Krise, die auf die Rente zurollt, nicht mehr gestoppt werden kann, so können die Auswirkungen abgeschwächt werden. Dies wäre zum Beispiel mittels Freibeträgen für niedrige Rentenbezüge, Riester-Renten und andere begrenzte Einnahmequellen zu empfehlen.

Sollte die Regierung keine langfristige Lösung auf die Beine stellen, so könnte sich diese eine Scheibe von dem Schweizer Rentensystem abschneiden, so Queisser. Das (scheinbar) funktionierende Rentensystem beinhaltet unter anderem ein „Drei Säulen Model“. Außerdem müssen die Bürger in der Schweiz sich sowohl privat, als auch mittels einer betrieblichen Altersvorsorge Absichern.

Sollte in Deutschland ein ähnliches System eingeführt werden, so müsse dies innerhalb von 40 Jahren (am besten in 30 Jahren) geschehen. Gemäß einer Studie der OECD ist das Niveau der Rentenhöhe für Geringverdiener in Deutschland, im Vergleich zu den anderen in der Studie erfassten Ländern, am geringsten. „Deutschland sollte der Rentenentwicklung für Geringverdiener besondere Aufmerksamkeit schenken und einem Anstieg der Altersarmut vorbeugen“, lautete der Kommentar Queissers

Comments

  1. Dottore says:

    Ich erlaube mir einen manuellen Trackback auf einen Podcast mit einem interessanten Interview zum Thema:

    Podcast: Blickpunkt Deutschland – Grundsicherung im Alter

    Sie dürfen bei uns selbstverständlich auch einen Hinweis auf Ihren Artikel platzieren. Herzlichen Dank.

  2. Stefan says:

    So oder so kommen wir um eine private Altersvorsorge nicht herum! Die Frage ist, wie man vor dem Hintergrund der aktuellen Situation auf dem Finanzmarkt sein Geld am am sichersten und trotzdem gewinnbringend anlegt…

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