Oft gehen Perlen im Meer der Informationen unter. Die Diskussion um Versicherungsvertreter, Versicherungsmakler und Honorarberater, welche sich im Anschluß an diesen Weblog Beitrag entwickelt hat, möchte ich hier fortsetzen, weil hier die Problematik der Versicherungsberatung sehr schön beleuchtet wird. Aber Diskussion hin oder her, am Ende kommt es auf den Menschen an. Die Kunst ist halt nur, wie man den “richtigen” Menschen finden kann:
Hallo Crazy,
das wird ja ein richtig nettes Gespräch
. Dass Sie als Versicherungsvermittler eine gesetzlich vorgeschriebene Vermögensschadenversicherung haben, davon gehe ich aus.
Exkurs: Als Info für unsere werten Leser, ein Vermittler, gleich welcher Art, kann beim Verkauf seiner Produkte Beratungsfehler begehen. Ganz banal, der Kunde wünscht einen Tarif mit 2 Bettzimmer mit Chefarztbehandlung, der Vermittler „verkauft“ nur Regelleistung im Krankenhaus. Der Kunde muss dieses nun aufsuchen und lässt sich vom Chefarzt im 2 Bettzimmer behandeln, in der Gewissheit dieses ja in der Krankenversicherung gekauft zu haben. Es passiert was passieren muss, der Patient bekommt die Rechnung (um die Pointe nicht zu verwässern, gehe ich jetzt nicht darauf ein dass i.d.R eine Abtretung mit dem Krankenhaus vereinbart wird, das Ergebnis bleibt das gleiche), welche er bei seiner PKV einreicht, von dieser bekommt er einen netten Brief in dem mitgeteilt wird, dass im Krankenhaus nur die Regelleistung versichert war und damit die Kosten für die Chefarztbehandlung nicht erstattungsfähig sind. Nun hat der Kunde 2 Probleme:
1. die Kosten für die aktuelle Behandlung
2 . Dass wegen der Erkrankung vermutlich für die Zukunft keine Chefarztbehandlung und 2 Bettzimmer mehr versicherbar ist.
Der Vermittler ist für diesen Schaden verantwortlich und damit ist das für den Vermittler ein Vermögensschaden, der von der Vermögensschadenversicherung bezahlt werden muss. Hier gibt es noch die diversen Möglichkeiten der Obliegenheitsverletzung für den Vermittler zu beachten. Damit zahlt die Vermögenshaftpflichtversicherung nicht bzw. wird den Vermittler in Regress nehmen . Mit Einführung der Vermittlerrichtlinie muss diese Versicherung obligatorisch abgeschlossen sein.
Exkurs Ende
Ich gehe auch davon aus, dass Sie Ihr Büro selbst zahlen, allerdings bekommen Sie von der Allianz einen Bestand und dafür eine Garantievergütung, eine Altervorsorge in nicht unbeträchtlicher Höhe, auch gehe ich davon aus, dass die für Sie kostenlosen Produktschulungen heute bei der Allianz nicht mehr so laufen wie vielleicht vor 20 Jahren
Ich denke mit diesen Aussagen bin ich nicht so weit von der Wahrheit entfernt, denn ich hatte vor Jahren auch Verhandlungen mit der Allianz geführt, dies wurde mir alles angeboten. Ich habe mich für den Versicherungsmakler-Beruf entschieden. Ich hatte damals im Bereich der privaten Krankenversicherung angefangen mit Anfragen zu arbeiten, mir gefiel dieses Geschäftsmodell für mich als Person einfach besser. Ohne Umsatzvorgaben, ohne Produktvorgaben, ohne einen Vertriebsleiter der nach Umsatz fragt usw, ich denke das kennen Sie schon zur Genüge.
Fakt bleibt, dass der Kostensatz in der Versicherung gleich ist ,egal ob diese beim Versicherungsmakler oder beim Ausschließlichkeitsvertreter gekauft wird, da können Sie mir doch zustimmen, oder? Das es im Bereich der Versicherungen Produkte gibt, die keiner braucht ist ja klar, da bauch ich nur an die UBR (Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr) erinnern
die braucht wirklich niemand, oder?
Das Sie PKV Tarife nicht umdecken ist ja sehr ehrenvoll, haben Sie wirklich noch keinen PKV Kunden neu bei der Allianz versichert???? Wobei die Frage ist, ob das ehrenvoll ist, ich decke auch Verträge um, aber nicht die welche ich abgeschlosse habe, weil ich so berate, dass der Kunde keinen Grund hat in eine andere PKV zu wechseln. Wenn ich einen Neukunden habe, der bei einer PKV versichert ist, dann ist das Erste, Wünsche und Bedürfnisse aufzunehmen, streng nach der neuen Gesetzgebung, das muss man heute als Vermittler. Als Versicherungsmakler ein bisschen mehr, weil ich dann prüfen muss, beinhaltet der vorhandene Tarif diese Leistungen, wenn nein (was leider oft die Regel ist) kann die bestehende Gesellschaft den Versicherungsschutz anbieten, erst wenn dies nicht möglich ist, dann kann ich haftungsfrei in eine andere PKV umdecken, ich denke es ist damit auch gerechtfertigt, wenn ich mit dieser Beratungsleistung Geld verdiene.
Das die „Schwarzen Schafe“ unter den Vermittler gleich verteilt sind glaube ich auch, davon kann ich ein Lied singen. Das man nur dem Honorarberater vertrauen kann, habe ich so nicht gesagt und auch nicht gemeint, denn was macht denn ein Honorarberater?
Exkurs
Habe vor kurzen in eine Zeitschrift für Finanzdienstleister und auch Kunden eine nette Definition gelesen, die waren der Meinung, dass es per Definition gar keine Honorarberater gibt.
Ein Steuerbrater berät den Klienten zum Thema Steuern
Ein Finanzberater berät über Finanzen usw
Ein Honorarberater berät damit über das Honorar???? Welches und weshalb???
Interessant darüber mal nachzudenken.
Ende Exkurs
Das Problem welches ich mit der Honorarberatung habe ist, dass es in Deutschland noch keine Nettotarife gibt. Wenn es von allen Gesellschaften solche Tarife gäbe, dann würde ich mir sehr überlegen, ob ich wechseln würde. Heute ist es doch so, dass der Honorarberater nichts anderes macht als ein verantwortungsbewusster Versicherungsmakler, nur dass der Honorarberater dafür ein Honorar verlangt, während der Versicherungsmakler beim Abschluss eine Courtage erhält. Das bedeutet, der Kunde zahlt ein Honorar um dann z.B. den PKV Tarif beim Versicherungsvertreter oder Versicherungsmakler abzuschließen, der dafür eine Provision erhält. Damit wurde die Dienstleistung Beratung doppelt bezahlt, das kann es doch nicht sein, oder???
Ich gehe davon aus, dass eine qualifizierte Beratung zum Thema PKV bei einem Versicherungsmakler oder einem Honorarberater zu dem gleichen Ergebnis von vielleicht 2 oder 3 Tarifen führt. Weshalb soll ein Kunde dann diese Beratung doppelt bezahlen??
Ihrer letzten These kann ich nur zustimmen, es kommt auf den Menschen an, dem ist nichts hinzuzufügen
Grüße
Manfred



