Gesetzliche Krankenversicherung & Gesundheitsreform: Meinung der Bürger zu der Entwicklung des Gesundheitssystems

Die Finanzdienstleistungsgesellschaft MLP veröffentlichte eine Studie, in der es um die Meinung der deutschen Bevölkerung über das Gesundheits- und Pflegesystem ging. Die Studie, auch MLP Gesundheitsreport genannt, wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach erstellt. Dabei wurden 1900 Menschen befragt. Im Allgemeinen kann man sagen, dass dies die Meinung der Befragten ist, welche die Meinung der meisten Bürger widerspiegelt:

Schon sechs Monate nach der Einführung der Gesundheitsreform hat die deutsche Bevölkerung eine eher negative Meinung zu dieser Reform. Dazu kommt, dass sich nur bei wenigen Deutschen nach der Reform wesentlich etwas geändert habe, und wenn, dann meist nicht im positiven Sinne. Aber auch das Gesundheitssystem selbst mit seinen noch bevorstehenden Modifikationen wird eher argwöhnisch beäugt. Dem Pflegesystem bringen viele Deutsche ebenfalls wenig Vertrauen entgegen.
56% Befragten vertraten die Meinung, dass die Versorgung im Gesundheitssystem systematisch abnimmt und minderwertiger wurde.

Lediglich 16% der Befragten schließen Beitragserhöhungen aus, bzw. enthalten sich der Aussage (-> 84 sind davon überzeugt, dass die Beträge erhöht werden). Ähnlich ist es mit den steigenden Zuzahlungsbeträgen für Medizin: 19% schließen diese aus, bzw. enthalten sich der Aussage (-> 81% glauben, zukünftig mehr zuzahlen zu müssen).

Umgerechnet sind von 3 Personen zwei der Meinung, dass die Medizin in zwei Schichten aufgeteilt werde und 76% sind nicht davon überzeugt, dass die Politiker in der Lage sind, Die Versorgung der Bürger über längere Zeit hinweg aufrecht zu erhalten. „Auch im Gesundheitssystem wird mittelfristig kein Weg daran vorbeiführen, ähnlich wie bei der Rente die Eigenverantwortung zu stärken und damit das System zukunftsfähig zu gestalten“, meint Dr. Uwe Schroeder- Wildberg, Vorstandsvorsitzender der MLP AG, während der Vorstellung, der in Berlin präsentierten Studie.

Nur 57% der Befragten verlassen sich darauf, dass sie, sollten sie mal krank werden, genügend finanzielle Unterstützung erhalten. Damit ist der Anteil, der auf eine hinreichende Versorgung vertraut, um sieben Prozent gesunken. Verantwortlich für diese Entwicklung sind ist die eher negative Haltung der Kassenpatienten, wobei ein Drittel der Probanden sich einer soliden Versorgung, sollte sie mal benötigt werden, nicht sicher ist. Knapp dreißig Prozent sind der Meinung, dass sich das Problem im Zahnbereich am stärksten bemerkbar macht. Für 25% der Deutschen sind die Auswirkungen der Versorgungslücken bei Sehschwächen am größten. Als gut erachten die Befragten die Eignung des Gesundheitssystems, die Versorgung aufrecht zu erhalten, auch wenn dies, wie oben beschrieben, nicht bei der Frage zutrifft, ob dass System auf Dauer so leistungsfähig bleiben wird.

Die Quote von 64%, die das Leistungspotential des Systems als „sehr gut“ oder „gut“ bewerten, lag 1994 um 18% höher. Bei der Bewertung des Gesundheitszustandes können lediglich 39% von sich sagen, dass es ihnen gut gehe.

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