Volkslegenden zur Riester-Rente

Wahrheit oder Irrtum – die Politik deckt jetzt auf …

Nach zahlreichen Schlagzeilen über die Riester-Rente klärte das Bundesfinanzministerium (BMF) über verbreitete Un(wahrheiten) auf. Zudem machte das Bundesministerium für Arbeit (BMAS) und Soziales deutlich, dass die Riester-Rente mit den massiven staatlichen Zuschüssen (von bis zu 90%) hauptsächlich für Familien mit viel Nachwuchs und/oder für Personen mit geringem Einkommen (bezeichnen wir diese Leute einmal als Personengruppe X) gedacht war. Dies bestätigte der Gesamtverband der Deutschen Wirtschaft (GDV). Die BMF und die GDV beschrieben einen enormen Zuwachs an Riesterverträgen.

Ein Gerücht sei nach Ansicht des BMF, dass ältere, bei der gesetzlichen Rente Versicherte, durch die Riester- Rente Kürzungen hinnehmen müssen. Wenn etwas minimiert werde, sind es nicht die Bezüge der Betroffenen, sondern Anpassungen der Rente durch das „Riester-Treppen“ – System, welche 2001 eine Antwort auf die sinkende Geburtenrate darstellt und das Vermögen auf jung und alt zwischen ärmeren und reicheren gleichmäßig verteilen solle.

Nun ja, wie die Politiker nun mal sind, fällt pünktlich zum Wahljahr diese Rentenkürzung aus.

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass die Riester-Rente zum Schutz vor Altersarmut dient. Dies entspreche nicht der wahren Funktion; Vielmehr solle die Riester-Rente, nach Aussage des BMF, Kürzungen in der gesetzlichen Rentenversicherung ausgleichen. Die Zielgruppe sollte dabei vor allem die pekuniär (=finanziell) eher weniger belastbare Personengruppe X sein, weshalb diese mit den Zuschüssen unterstützt wird.

Ebenfalls räumte das BMF Einwände aus der Welt, wie zum Beispiel, dass das in der Riester-Rente angesparte Kapital zur Grundsicherung dazugerechnet wird, sodass am Ende so wenig rauskommt, dass man es auch hätte lassen können. Wer so denke, beweise nach Meinung des BMF „…mangelnde Kenntnis der relevanten Zusammenhänge…“, sowie „…eine bedenkliche Grundeinstellung und ein äußerst negatives Menschenbild…“.

Viele denken, dass man mit einer Riester-Rente in den späteren Jahren noch mehr finanzielle Probleme hat, als ohne. Das Finanzministerium widersprach der Aussage und stellte die Behauptung in den Raum, dass die Riester- Rente genau das Gegenteil bewirke (also die sozialen Verhältnisse eher verbessert) und so soll es ja auch sein. Genauso fegte es Bedenken vom Tisch, wonach immer mehr Personen ab 65 die Grundsicherung benötigen. Dies sah das BMF ebenfalls etwas anders und konnte wenigstens diese Behauptung auf Statistiken aufbauen.

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