Das „viele Geld“ der gesetzlichen Krankenkasse – die Fortsetzung

Umfrage: Nachwuchs und Job – Ein Kampf zweier Welten …

In acht Staaten Europas hat die Website Monster.de an viertausend Menschen eine Umfrage vorgenommen und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass lediglich 15% der Frauen jungen Alters, die ein Kind haben oder erwarten, von ihrem Chef Hilfe bekommen. Bei geringfügig weniger als 40% der Befragten stellte sich heraus, dass in deren Betrieben Nachwuchs eher unwillkommen ist und eine Person ohne Kinder und ohne Familie dort leichter Zugang findet.

Anstoß für diese Befragung war eine Klage einer (gewollt) schwangeren Frau, die deswegen ihren Job verlor und die Angelegenheit bis vor den europäischen Gerichtshof trug. Zeitgleich wird in Deutschland scharf über den erneuten Einstieg in die Arbeitswelt nach Ende des Mutterschutzes debattiert, so dass der Rechtsstreit und dieses Thema, welches für reichlich Zündstoff sorgt, zeitlich gut zusammen passen. Der als Frauentag gekürte 08.03 war der Schlüsseltag für die Studie des Onlineportals.

Was die Unterstützung von (werdenden) Müttern anbelangt, liegt Deutschland mit 18% etwas über dem Durchschnitt (15%, siehe oben). Allerdings muss man sich auch die Kehrseite der Medaille anschauen. Bei 20% hielt sich der Beistand oder die Toleranz gegenüber der (werdenden) Mutter in Grenzen (zum Vergleich: der Durchschnitt, nach oben gerundet, liegt bei 38%). Während in Frankreich 23% der Befragten von dem Unternehmen Beistand erhielten und dieses Land somit zum Spitzenreiter wird, ist in den Niederlanden genau das Gegenteil der Fall. Dort ist die Toleranz und die Beihilfe mit 7% am geringsten. Nur knapp davor lagen Italien mit 10% und Finnland mit 11%.

Der Leiter der Webseite, Marco Bertoli, zieht daraus seine Schlüsse: „Unsere Umfrage zeigt, dass trotzt der gängigen Elterngesetze immer noch das Gefühl vorherrscht, dass Mütter zu wenig Unterstützung erfahren, um nach der Geburt an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren.“ Etwas Positives gibt es trotzdem zu berichten. Bertoli schildert, wie sich die Dinge im Lauf der Zeit aus seiner Sicht entwickelt haben und weiterhin verändern: „Dennoch können wir beobachten, dass sich die Unternehmen mehr und mehr auf Angestellte mit Kind einstellen, zum Beispiel mit flexiblen Arbeitszeitmodellen oder innerbetrieblichen Betreuungsangeboten für den Nachwuchs. Damit lassen sich Karrierewunsch und Familienleben optimal verbinden.“

Wenn ich mir die Ergebnisse dieser Studie so auf der Zunge zergehen lasse, habe ich viel Verständnis für Frauen, welche sich gegen Kinder entscheiden. Wenn ich als Resümee zu bedenken gebe, dass wir in Deutschland auf lange Sicht aussterben werden, wenn wir keine oder weiterhin so wenig Kindern bekommen ist das nicht nazistisch zu verstehen. Ich denke, wir haben in Europa (nicht nur in Deutschland) ein viel größeres Problem zu bewältigen, wir müssen die Basis schaffen, dass sich eine Frau für ein oder besser mehrere Kinder entscheiden kann, mit der Gewissheit, dass der Einstieg in das Berufsleben während oder auch nach der Kindererziehungszeit möglich ist. Da liegt noch viel Arbeit vor uns, ich finde es schon faszinierend wie weit der Bogen rund um das Thema Krankenversicherung gespannt werden kann.

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