Zur Pflegeversicherung mal über den Tellerrand geschaut

Über die misslungene Reform der Pflegeversicherung habe ich schon hinlänglich berichtet. Das größte Problem der Pflegeversicherung ist, wie inzwischen allen werten Lesern bekannt sein dürfte, die demographische Entwicklung in Deutschland. Ein Lösungsansatz ist hier leider nicht in Sicht.

Doch wo könnte man hinsehen um hier funktionierende Modelle zu finden? Nach einer aktuellen Untersuchung der Kölnischen Rückversicherung funktioniert die kapitalgedeckte Pflegeversicherung in den USA deutlich besser. Dort gibt es keine gesetzliche umlagefinanzierte Pflegeversicherung wie in Deutschland. Dass in USA alles etwas anders ist als in dem Rest der Welt ist ja auch hinlänglich bekannt.

In den USA wurden bisher insgesamt 10,5 Millionen Policen der Pflegeversicherung von mehr als 100 Anbietern verkauft. Diese Produkte sind dort schon seit 30 Jahre im Vertrieb, es wurden inzwischen rund neun Milliarden Dollar an Leistungen ausgezahlt.
Bei den Motiven für den Abschluss einer solchen Police unterscheiden sich die amerikanischen Verbraucher kaum von denen anderer Märkte, so die Erkenntnis der angesprochene Untersuchung.

Zielgruppe auch dort Bezieher mittlerer und gehobener Einkommen. Positiv ist, dass die Pflegeversicherung immer mehr zu einem festen Bestandteil im Rahmen der Altervorsorge eingeplant wird. Versichert werden überwiegend Leistungen in Form der Kostenerstattung für die ambulante und stationäre Pflege. Diese werden erbracht, die Activities of Daily Living (ADL) entsprechend stark eingeschränkt sind, übrigens werden die ADL auch von einigen deutschen Anbietern als Leistungsmaßstab zugrunde gelegt.

Auch bei schweren kognitiven Beeinträchtigungen (Demenz) werden diese Leistungen fällig. Interessant ist, dass von den Versicherungen in USA Rabatte für Paare und Menschen mit gutem Gesundheitszustand eingeräumt werden. Dazu meinte auch die Köln Rück, dass ein „Partnerprodukt“ auch für den deutschen Markt attraktiv wäre.

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