Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) veränderte die Arzneimittel-Richtlinien und baute die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen im Bereich der Diabetes-Erkrankung aus. Kinder unter 18 Jahren, die unter “Diabetes mellitus Typ I” leiden, bekommen dadurch bis zur Volljährigkeit “Insulinanaloga”-Behandlungen von den Kassen erstattet. Mit diesen Neuregelungen, nach denen sich der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zu richten hat, machte der BMG einen, unter starker Kritik geratenen Beschluss rückgängig.
Dieser vom G-BA dargelegte Änderung der Arzneimittel-Richtlinie sah vor, dass ab dem 21.02.08 die Kassen die Kosten für Insulinanaloga mit kurzer Wirkungsdauer nicht mehr übernehmen dürfen, wenn die Kosten für diese Behandlung höher wären, als bei einer „herkömmlichen“ Humaninsulin-Behandlungen. Die aktuellen Veränderungen besagen, dass zumindest minderjährige Versicherte die Behandlungen bis zum achtzehnten Lebensjahr bezahlt bekommen.
Das BMG geht davon aus, dass es unklar sei, ob die Rabattverträge die zusätzlichen Belastungen durch die Analoga aufwiegen. Das würde den Einsatz des Verordnungsausschlusses bedeuten, was für Minderjährige untragbar wäre. Das Krankheitsbild der von Geburt an vorhandenen Erkrankung (Diabetes mellitus Typ I) könne ohne die Insulinbehandlung nicht wesentlich (zum positiven) beeinflusst werden. Gleichzeitig erfordert die Insulintherapie neben einer diszipliniert, durchgängigen Unterziehung, eine Unkrempelung des gesamten Alltags. Diese Zusatzbelastungen seien für unter Achtzehnjährige übertrieben hoch.
Die DDG (Deutsche Diabetes-Gesellschaft) zeigte sich über diese Maßnahmen erfreut. Der Vizepräsident Thomas Danne erklärte: „Für rund 25.000 Patienten mit Diabetes I unter 19 Jahren sind Analoginsuline kein Luxus, sondern eine Unterstützung, tagtäglich gut mit Diabetes Typ I zu leben und Spätfolgen zu vermeiden“. Untersuchungen der DDG ergaben, dass nach 12 Jahren bei 50% der (untersuchten) Diabetiker Folgeerkranken entstanden wären und die Betroffenen mit zusätzlichen Beschwerden zu kämpfen hatten. Um dies zu vermeiden seien gute medizinische Versorgung und Betreuung, Unterricht zum richtigen Umgang mit der Krankheit und psychischer Beistand (auch von Fachkräften, sprich Psychologen) notwendig



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