Vorsorgeuntersuchung U7a – außer Spesen nichts gewesen….

Juni 2nd, 2008 by Manfred | Filed under Gesundheit.

Auch hier gerät der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in die negativen Schlagzeilen. Nachdem die Beschlüsse des G-BA zur Insulinbehandlung durch heftige Kritik abgestraft wurden und das Bundesgesundheitsministerium diese im Nachhinein veränderte (wir berichteten), stellte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) Ver(schlimm)besserungen der Vorsorgeuntersuchungen für Kleinkinder an den Pranger. Die als „U7a“ bezeichneten Beschlüsse, würden, nach Ansicht von BVKJ-Präsident Dr. Wolfram, Hartmann um den heißen Brei herumreden, sodass sich am Inhalt und somit an der Untersuchung selbst zu wenig verändert hat. Konkret wurde zum Beispiel kritisiert, dass „…keinerlei Untersuchungen zur Früherkennung von Sehstörungen bei Kindern, wie sie der Berufsverband der Augenärzte (BVA) und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in einem gemeinsamen Antrag an den G-BA gefordert haben…“, im Programm integriert seien. Die G-BA wies dies zurück.

Nach Ansicht Hartmanns seien die Untersuchungen nicht mehr zeitgemäß und sollten, wenn es nach dem BVKJ, sowie Kinderärzten ginge, von Grund auf umgekrempelt und neu organisiert werden. In einer weiteren Aussage Hartmanns heißt es: „Wir müssen weg von dem alten Konzept der Früherkennung, also dem frühest möglichen Erkennen bereits vorhandener Erkrankungen (so genannte sekundäre Prävention), hin zum Konzept der Verhinderung von Krankheitsentstehung, also zur primären Prävention“. Jugendärzte wiesen auf Beratungen hin, die vor der Einschulung stattfinden und mittels denen das Kind in vorbeugender Weise vor Krankheiten oder Beschwerden geschützt wird (auch primärpräventive Beratung genannt). Dies soll eine erfolgreiche Schulzeit ermöglichen und den Weg dafür ebnen. Hartmann beschrieb typische Beispiele, in denen Kinder in der Schule mit großen Problemen zu kämpfen hatten, die bei rechtzeitiger Bewältigung nie in der Form aufgetaucht wären. „Wir sehen mit großer Sorge die zunehmende Zahl von Kindern mit Entwicklungsdefiziten, vor allem der Sprache, des Sozialverhaltens, aber auch der Motorik, die mit diesen Handicaps zu einem großen Teil bereits in der Schule scheitern.“

Und damit nicht genug: „Große Sorge bereitet auch die große Zahl übergewichtiger Kinder mit Stoffwechselentgleisungen, die früh unter Herz- und Gefäßerkrankungen oder Diabetes mellitus leiden werden. Primärpräventive Vorsorge wirkt hier lebensverlängernd und kostensparend für unser Gesundheitswesen, aber auch in anderen Bereichen unserer Gesellschaft“. Hartmann verlangt deswegen, dass man sich daran macht, die Probleme bei der Wurzel zu packen, anstatt mehr oder minder zum Schein irgendetwas zu beschließen, damit politische Gruppen zufrieden gestellt werden und den Betroffenen wenig hilft. Bei den Forderungen blieb es allerdings nicht.

Der BVKJ hat seine Hausaufgaben gemacht und einen Entwurf vorgelegt, wie die Vorsorgeuntersuchung für Dreijährige zukünftig aussehen soll. Aber alles hat seinen Preis und wenn das Gesundheitssystem die Jugend gesund halten will, so muss sie sich dies auch etwas kosten lassen, mit anderen Worten: Preisgünstig ist das vom BVKJ entworfene Programm nicht. Hinzu kommt, dass vor allem Fachärzte mit entsprechender Kompetenz diese Untersuchung machen sollten, da bei diesen Untersuchungen extrem sauber gearbeitet werden muss.

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