Was ist bei einem Wechsel in die private Krankenversicherung zu beachten?

Hier die Antwort zum PKV Wechsel an Schaumi, ich denke, dass diese Antwort so wichtig ist, dass ich diese als eigenen Beitrag veröffentlichen möchte: Hintergrund war, dass die Versicherungsgesellschaft die Leistungen für notwendige Therapien nicht erstattet.

Hallo Schaumi, da muss ich Ihnen leider entschieden widersprechen. In der privaten Krankenversicherung werden bestimmte Leistungen versichert. Diese Leistungen stehen in den Versicherungsbedingungen des jeweiligen Tarifes. Das ist gerade der wesentliche Vorteil der privaten Krankenversicherung gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse, weil in der GKV die Leistungen eben nicht vertraglich fixiert sind.

Jeder der in die PKV möchte, muss sich zwingend Gedanken machen welche Leistungen versichert werden sollen. Wenn diese Leistungen definiert sind, dann muss man sich die Gesellschaften heraussuchen welche mehr oder weniger diese Leistungen anbieten. Dafür ist ein gutes Vergleichsprogramm sehr nützlich, weil man dort die versicherten Leistungen gegenüberstellen kann. Aus dieser Auswahl kann man dann 2-3 Tarife heraussuchen und gegenüberstellen. Dann kommen noch die Eigenarten der einzelnen Gesellschaften dazu, und schon hat der Interessent den genau passenden Tarif bei der „richtigen“ PKV.

Ich habe leider sehr häufig damit zu kämpfen, dass Interessenten nicht gewohnt sind, oder es Ihnen zu mühsam ist, die Leistungen zu definieren, diese gehen dann oft den einfacheren Weg zu einem Makler, der das Vergleichsprogamm zum verkaufen nutzt und die ersten 3 „besten“ PKV Tarife feilbietet. Diesen Kunden wird es später genau wie Ihnen gehen, wenn Leistungen notwendig sind die schlicht nicht versichert sind. So leid es mit tut, es ist dann nur richtig, dass solche „Kunden“ die nicht versicherten Leistungen dann auch nicht erhalten. Dafür wird ja auch kein Beitrag von der PKV verlangt.

Man kann das grob mit der Gebäudeversicherung vergleichen, da gibt es Versicherungen gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm /Hagel usw. Wenn nur Feuer versichert ist und das Haus unter Wasser steht, wird die Versicherungsgesellschaft die Erstattung des Schadens zu Recht ablehnen.

Ich gehe davon aus, dass die von der Allianz verlangten Leistungen nicht im Versicherungsschutz beinhaltet sind. Jetzt kommt noch erschwerend hinzu, dass manche Gesellschaften einzelne nicht versicherte Leitung aus Kulanz erstatten. Dadurch hat der Kunde dann den Eindruck, dass diese Kulanzleitung zu den versicherten Leistungen zählt und ist dann sehr verwundert wenn diese Leistungen plötzlich gestrichen werden.

Ihnen ist da kein Vorwurf zu machen, weil es damals noch nicht so üblich war zu einem Versicherungsmakler für eine Beratung in Sachen PKV zu gehen.

Grüße Manfred

Comments

  1. schaumi says:

    Hallo Manfred,
    doch es ist in meinem Vertrag verbindlich zugesagt, ich habe den s. g. “Komfortvertrag”, aber die Allianz hat mit den Satz “Unser Mediziner hat an Ihren !!! Medizinischen Gutachten festgestellt, das es “MEDIZINISCH NICHT NOTWENDIG IST”. Wenn dann noch ein Rechtsanwalt ist, der nicht in der Lage ist, rechtlich richtig zu argumentieren/formulieren, was mir in der Berufung durch Anwaltswechsel bestätigt worden ist, bleibt dem Richter gar nichts anderes übrig. Das Anwaltsbüro der Allianz war einfach besser. Wenn Sie etwas anders behaupten, haben Sie diesen Weg noch nicht beschreiten müssen. Von der Versicherung werden Sie jedenfalls im Regen stehen gelassen. In der Presse stehen ähnliche Fälle. Warum ist denn wohl ein gravierender Anstieg von Anträgen beim Ombudsmann zu verzeichnen. Bitte lassen Sie die Kirche im Dorf.
    Ich habe jedenfalls ohne Richter, ohne Ombudsmann, ohne Drohungen, ohne Rechtsanwalt, ohne Versicherungsmakler (denn der interessiert die PKV in diesen Fällen am wenigsten) meinen Anspruch durchgesetzt. Es ist nicht alles Gold was glänzt, jedenfalls bröckelt der Lack der PKV allgemein ab.
    Gruß Schaumi

  2. manfred says:

    Hallo Schaumi,
    Ja, dann ist das eine andere Baustelle, jede med. Behandlung muss nach MB /KK §1 (2) medizinisch notwendig sein. Das ist sicher eine Möglichkeit Kosten zu sparen. Das es in Bezug auf die med. Notwendigkeit bei verschiedenen PKV Unternehmen Probleme gibt ist mir bekannt. Das hat auch wieder was mit der Auswahl der Gesellschaft zu tun, ich weiß schon, weshalb ich die eine oder andere PKV nicht berücksichtige obwohl sonst alles passen würde.
    Andererseits ist es in Bezug auf die gewünschte Beitragsstabilität auch sinnvoll, nur die med. notwendigen Behandlungen zu leisten. Wenn eine PKV dieses gänzlich aus dem Auge verliert, dann ist es mit der Beitragsstabilität nicht mehr weit her.
    Andererseits habe Sie richtig festgestellt, dass ein Anwalt der sich auskennt wesentlich ist, da muss ich wieder auf meine Dienstleistung als Versicherungsmakler zu sprechen kommen, ich kann und darf keine Rechtsberatung vornehmen, aber ich haben Kontakte zu Anwälten welche sich speziell in diesem Bereich auskennen, dass ist ein wichtiger Aspekt.
    D a die PKV sich nicht für mich als Versicherungsmakler interessiert kann ich nun nicht sagen, natürlich kann ich auch keine Wunder vollbringen, aber ich konnte schon des Öfteren für meine Mandanten mit der von mit vermittelten PKV sprechen und habe damit bisher gute Erfahrungen gemacht, allerdings hatte ich in meinem Bestand noch keine gravierenden Erkrankungen.
    Nun was sehen Sie als Alternative die GKV???
    Grüße
    manfred

  3. schaumi says:

    Wie Sie folgerichtig feststellen, muss jede med. Behandlung “medzinisch Notwendig sein”. Stellt eine Versicherung nach 10 Jahren fest, die Behandlung für unseren Versicherten ist zwar vorher “medizinisch Notwendig” gewesen, aber jetzt haben wir mal überprüft, nun ist die medizinische Behandlung ab sofort nicht mehr notwendig. Das meinte ich mit “Kirche im Dorf lassen”. Da Sie nach eigenen Angaben in Ihrem Bestand noch keine gravierenden Erkrankungen haben, denke ich, das es für einen Versicherungsmakler schwierig ist, das überhaupt zu überblicken, wenn mal Schwerwiegende Erkrankungen auftreten. Sich auf die Seite zu stellen, “solche Kassen empfehle ich nicht”, hilft niemanden, geht nicht an des Pudels Kern, denn die Erpressbarkeit durch die PKV Versicherungen bleibt ja, denn wer kann schon wechseln, ohne Risikozuschlag und genau das wissen alle privaten Krankenversicherer.

    Nun nach 24 Jahren PKV kann ich inzwischen sagen, das interne Papier, welches von internen Gruppen der großen Krankenkassen (leider sind diese schnell wieder zurückgerudert) erarbeitet wurde wie:

    Grundversicherung für alle
    Zusatzversicherung durch Verträge (die auch eingehalten werden müssen)
    wechseln der Grundversicherung ohne Prüfung

    Dadurch würde auch die Wettbewerbsfähigkeit zwischen den Versicherungen entstehen, haltlose Versprechungen würden sich selber regeln. Ich denke, das dieses Papier in 10 Jahren von den privaten Krankenkassen umgesetzt werden, da in der jetzigen Form die PKV in einigen Jahren sich nicht mehr rechnen lässt. Das bekommt der GKV Versicherte schon jetzt zu spüren.
    Aus heutiger Sicht (aber bitte nicht auf die Sicht von vor 24 Jahren schließen) würde ich jedem die GKV empfehlen, denn die “große Gemeinschaft” fängt diese Versicherten ohne Profitgier auf (bitte nicht mit besserer Versorgung aufwarten, dem ist nicht “mehr” so, die Zeiten sind vorbei, spreche aus Erfahrung).

    Gruß Schaumi

Speak Your Mind

*