Die Aufsicht der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) teilt mit, dass mindestens 20 gesetzliche Kassen den Beitragssatz erhöhen
Ein Grund dafür könnte der gesetzliche Eingriff im Rahmen der Gesundheitsreform sein, denn ab 2009 wird mit Einführung des Gesundheitsfonds den Kassen die Hoheit über die Berechnung des Beitragssatzes weggenommen. Wenn Sie unsere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt fragen würden, dann bekämen Sie mit Sicherheit einen Vortrag, weshalb dieser Schritt notwendig war um den Wettbewerb innerhalb der GKV zu steigern. Das ist zwar alles Bullshit was da in Zusammenhang mit der Gesundheitsreform und dem angeblichen Wettbewerb gesagt wird, dennoch wird das durchgezogen. Meiner Ansicht nach geht der Weg direkt in die med. Planwirtschaft und dass ist seitens des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) so gewollt.
Um nicht gleich nach Einführung dieses Unsinns die eigenen Kunden mit dem Extrabeitrag zu Kasse bitten zu müssen wird vorher noch mal zugeschlagen, ist ja auch verständlich, oder? Die Bundesregierung wird dann im Herbst 2008 per Rechtsverordnung den einheitlichen Beitragssatz für alle gesetzlichen Krankenkassen festlegen. Noch gibt es ca. 200 gesetzliche Krankenkassen, gut 10 Prozent, also 20 gesetzliche Kassen wollen den Beitragssatz zum 01.07.2008 anheben, meldet das Bundesversicherungsamtes (BVA).
Ein weiterer Grund für diese Anhebung sind die galoppierenden Kosten, letztes Jahr sah es noch ganz gut aus, was ich im Artikel arme Klinik und reiche Kassen auch beschrieben habe. Heuer nun sieht due Sache etwas anders aus, im ersten Quartal 2008 hat die GKV allgemein mit einem Defizit von 1,07 Milliarden Euro, und damit deutlich höher als im Vergleichszeitraum 2007, abgeschlossen.
In einer Pressekonferenz des BMG Anfang Juni 2008 in Berlin wurde mitgeteilt, dass besonders die Kosten für Arzneimittel Anlass zur Sorge böten. Nun muss ich doch nochmal auf die Schlagzeilen der letzten Tage in verschiedenen Medien eingehen, dass die PKV teurer werde. Natürlich wird die PKV politisch gewollt teurer, denn durch die gesetzlich vorgeschrieben Übertragbarkeit der Rückstellungen in den Basistarifs einer anderen private Krankenversicherung (PKV) muss ja bezahlt werden. Langfristig wird die PKV unter anderem auch deshalb teurer, weil diese die vereinbarten Leistungen nicht wie die GKV kürzen kann.
Nichts desto weniger werden wir uns auch in der GKV auf steigende Beiträge einstellen müssen Josef Hecken der Vorstand des BVA sage der „Welt“: “Jedem muss klar sein: Es wird nicht billiger als bisher.” Unter anderem zählte er die angestrebte Erhöhung der ärztlichen Vergütung, sowie die steigenden Kosten für Arzneimittel auf, auch die Mehrausgaben für Krankenhäuser seine von Bedeutung. Allerdings sein nicht der Gesundheitsfonds an diese Dilemma schuld: “Diese Diskussion muss man mit und ohne Fonds führen.”



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