Hallo Schaumi, genau für solche Fälle, wenn es offensichtlich scheint, dass die betroffene PKV den Passus der med. Notwendigkeit nutzt um Kosten zu sparen, ist ein Fachanwalt für Versicherungsrecht notwendig. Ich möchte es so nicht stehen lassen, dass ich es nicht überblicken würde, wenn mal ein solcher Fall in meinem Bestand auftritt, was ja auf kurz oder lang passieren wird. Ich denke schon, dass ich den Betroffenen Mandanten durch meine Dienstleistung auch dann weiterhelfen kann, einmal indem ich bei Problemen das Gespräch mit der Gesellschaft suche, zum anderen eben in dem Hinweis auf die rechtlichen Möglichkeiten, ohne mich natürlich in das Gebiet der Rechtsberatung zu begeben. Ich denke diese Dienstleistung ist schon mehr als das was ein möglicher Mandant ,von meinen Mitbewerbern im Verkauf der PKV, erwarten darf, was meinen Sie?
Ich möchte zu Ihrer Aussage, dass es niemanden hilft wenn ich mich auf den Standpunkt stelle, “solche Kassen empfehle ich nicht” folgendes zu bedenken geben:
- Gehe ich davon aus, das die Kunden welchen ich die PKV vermittelt habe, weniger von solchen Problemen betroffen sind. Das ist das einzige was für mich von Bedeutung ist, ich kann nicht die Verantwortung für alle PKV Vermittler übernehmen, ich hoffe Sie können das verstehen.
- Ich bereinige auf der PKV Financial schon genug Mist (ohne dadurch Einkommen zu erwirtschaften), welcher im Bereich der Vermittlung von privaten Krankenversicherungen entstanden ist.
- Macht es Sinn, für alle die in die PKV wollen sich mit dem Thema auseinander zu setzen und das ist, ein Ziel dieses Blogs. Wenn der eine oder andere Leser sich dann für eine Beratung durch mich entscheidet (und die PKV dann auch bei mir kauft), ist das wesentliche Ziel dieses Blog auch erfüllt. Schließlich verdiene ich meinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf der privaten Krankenversicherung.
Wie meinen Sie das mit Erpressbarkeit, wenn die richtige PKV gewählt wurde, dann gibt es sowas i.d.R. nicht und noch eins, meinen Sie in der GKV wäre es besser, täuschen Sie sich da mal nicht. Da gibt es noch viel heftigere Spiele. Eine Bekannte, GKV versichert, wurde am Karpaltunnel operiert, danach gab es heftige Probleme, sodass eine physiotherapeutische Behandlung notwendig wurde. Der behandelnde Orthopäde bestätigte die Notwendigkeit, verordnete diese aber nicht, weil er andere schwerer erkrankte Patienten hätte und mit seinem Budget haushalten müsse.
Notwendige Medikamente / Behandlungen werden mit Hinweis auf das Budget nicht verschrieben, wäre das eher nach Ihrem Geschmack? Solche Beispiel könnte ich Ihnen duzendfach aufzählen. Haben Sie den Bericht, ich glaube im ARD gesehenen, da ging es um GKV Versicherte die an einer Lebererkrankung litten, die Behandlung dafür wäre die sog. Marsmethode gewesen: googeln Sie mal das Stichwort Mars Methode…
Dass ein Wechsel von einem PKV Versicherer zu einem anderen PKV Versicherer nicht unbedingt sinnvoll ist, stimme ich Ihnen zu, aber gerade deshalb ist die Beratung vor dem Wechsel in die PKV so wichtig. Zu prüfen ist im Einzelfall, ob ein Wechsel von einer PKV in eine andere PKV sinnvoll ist, wenn vorher die falsche Entscheidung getroffen wurde. Zu dem Papier über die Abschaffung der PKV habe ich ja schon folgenden Artikel geschrieben: Viel Rauch um nichts in der privaten Krankenversicherung.
Überlegen Sie mal von welchen PKV Unternehmen dieses Papier kolportiert wurde und welche Interessen diese Unternehmen vertreten. Was meinen Sie, was passieren würde, wenn Ihre Vorschläge, ein Basistarif für alle und Zusatzversicherungen ohne Gesundheitsprüfung Wirklichkeit werden würden. Das wäre ein schöner Traum, der zum Albtraum wird. Denn in diesem Falle würde die Politik versuchen die Teile der PKV welche diesen Basisschutz abdecken, in das System der GKV zu vereinnahmen, inklusive der dazugehörigen Rückstellungen (was ja schon ansatzweise versucht wurde, zumindest in Bezug auf die Rückstellungen in der Pflegeversicherung. Wenn das geklappt hätte wären bald die Rückstellungen in der PKV dran gewesen, davon können sie ausgehen), diese würden innerhalb kürzester Zeit verbraten.
Die Zusatzversicherungen würden nicht mehr bezahlbar sein weil i.d.R. nur die Kranken einen solchen Tarif versichern würden. Weshalb soll ich als Gesunder einen solchen Tarif abschließen, wenn ich Zeit habe bis ich krank werde? Das hat dann aber nichts mit Versicherung zu tun. Versicherung bedeutet, dass sich ein Kollektiv gegen Lebensrisiken versichert, welche alle treffen können, aber nur wenige betroffen sind. Wenn ich warten kann bis ein Schaden eingetreten ist, wie soll das kalkuliert werden? Das wäre ungefähr das Gleiche, als wenn ein Hausbesitzer die Feuerversicherung erst nach dem Brand abschließen kann und dann den Schaden der vor dem Versicherungsabschluss entstand erstattet bekäme. Das kann nicht funktionieren.
Damit wäre die noch einigermaßen gesunde PKV kaputt gemacht und unsere Kinder die wahrlich genug zu finanzieren haben, müssten diese Suppe auch noch auslöffeln. Rechnen Sie mal, in der PKV sind heute ca 120 MRD € als Rückstellungen vorhanden. Diese Rückstellungen sind nach versicherungsmathematischen Berechnungen, nach dem in der PKV zu Grunde liegenden Kostendeckungsverfahren, notwendig. In der PKV sind ca. 8- 9 % der Bevölkerung versichert was meinen Sie, was dann für die restliche 91-92 % der Bevölkerung heute schon an Rücklagen notwendig wäre?
Tatsächlich haben wir in der GKV ca. 10 MRD € Schulden, welche durch neue gesetzliche Regelungen erlaubt wurden. Das was ich der Politik ankreide ist die Tatsache, dass sich diese Entwicklung schon seit den 70-ger Jahren des letzten Jahrtausend (klingt irgendwie cool, letzten Jahrtausend) bekannt war und keiner der verantwortlichen Politiker einen zukunftssicheren Plan vorgelegt hat. Je länger wir warten den GKV-Versicherten die Wahrheit zu sagen, je schmerzlicher werden die Einschnitte werden müssen.
Zum Schluss muss ich nochmals auf den Unterschied zwischen der PKV und der GKV eingehen. Es ist mitnichten so, dass es in der PKV immer die bessere Versorgung gibt. Man kann in der PKV bestimmte Leistungen versichern, diese können besser, aber auch schlechter als die in der GKV sein. Das Problem ist, wenn sich ein Kunde damit nicht auseinander setzt, kann es im Leistungsfall zu Problemen kommen, weil diese dann notwendigen Leistungen möglicherweise nicht versichert sind.
Die versicherten Leistungen sind vertraglich fixiert und können nicht gekündigt werden (ich möchte jetzt nicht auf das Thema med. Notwendigkeit eingehen), dass diese Leistungen dann von dem jeweiligen versicherten Kollektiv bezahlt werden müssen, steht außer Frage. Deshalb ist es wichtig Vorsorge zu treffen, dass man später die höheren Beiträge auch bezahlen kann, deshalb empfehle ich immer eine Rückdeckung zur PKV abzuschließen. Mein Spruch dazu ist, dass es doch nicht sinnvoll ist in jungen Jahren wo die PKV i.d.R nicht gebraucht wird, bestens versichert zu sein und im Alter dann, wenn man die PKV benötigt, in den Basistarif muss, weil das Geld für die Beiträge nicht mehr da ist. In der GKV haben wir keine Sicherheit, weder in Bezug auf die Beiträge noch in Bezug auf die Leistungen, welche in Zukunft auf Grund der finanziellen Situation in der GKV stark gekürzt werden müssen.
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