Kaum hat die Bundesregierung für 2009 zum Start des umstrittenen Gesundheitsfonds erstmals einen einheitlichen Beitrag in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) festgelegt, schon legt Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) nach: Im Rahmen einer Konsolidierung der über 200 Krankenkassen wäre eine Bundes-AOK der richtige Weg. Das stößt bei der AOK auf wenig Gegenliebe, die argumentative Hilfe von der CSU bekommt. Nun bin ich mal gespannt, wie sich die gravierenden Änderungen der politischen Landschaft in Bayern auf diese Diskussion auswirkt. Frau Schmidt ist jedenfalls der Meinung, dass rund 50 Kassen ausreichende Vielfalt bieten würden. Nun ich frage mich ernsthaft, wofür es denn überhaupt 50 GKV geben soll, wenn die Leistungen bei allen GKVen zu 95% gleich sind und der Beitrag ebenfalls per Gesetz gleich ist, würde es da nicht Sinn machen die gesamten Vorstandsgehälter und Pensionen der unterschiedlichen Gesetzlichen Krankenkassen einzusparen?
Nun ich denke wir sind auf dem besten Wege zu diesem Ziel. Wie allgemein Bekannt, schließen sich die Techniker Krankenkasse (TK) und IKK Direkt sowie die KKH und die BKK Allianz zusammen. Frau Gesundheitsministerin Schmidt ist sich sicher: „Wir werden weitere Zusammenschlüsse erleben.“ meinte Sie in der mit der Passauer Neuen Presse. Als nächstes Projekt würde sich der Zusammenschluss der 15 verschiedenen Allgemeinen Ortskrankenkassen zu einer Bundes-AOK anbieten, sagte Schmidt der Zeitung.
Der AOK-Bundesverbands reagierte umgehend, der Vorstandsvorsitzende, Hans Jürgen Ahrens, erklärte zu den Interview-Äußerungen der Ministerin: „Die AOK-Gemeinschaft passt ihre Organisationsstrukturen laufend an die sich wandelnden Marktbedingungen an.“ Die Verwaltungskosten würden in der AOK-Gemeinschaft laufend optimiert. Auch hätten die AOK-Gremien beschlossen, die wirtschaftlichen Vorteile welche von der Ministerin gefordert wurden, durch ein gesteuertes System der AOKen zu realisieren. Man setzte alles daran, das Beste für die Mitglieder aus der neuen Gesundheitsfonds-Welt zu machen.
Bayern widersprach den Äußerungen von Gesundheitsministerin Schmidt heftig, die damalige Sozialministerin Stewens erklärte, Fusionen in der GKV würden nicht helfen, sondern nur Geld kosten. „Größe allein führt keineswegs zu mehr Effizienz.“ Mal gespannt wie diese Frage in der nun notwendig gewordenen Koalition zwischen CSU und FDP beantwortet wird.
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