Die Pflege wird immer minderwertiger. Pflege beginnt zum Beispiel im Krankenhaus, wo die Schwestern überfordert sind und Patienten nach Operationen immer früher nach Hause geschickt werden und sich somit nicht in dem Rahmen erholen können, der notwendig wäre. Aber auch in Pflegeheimen gibt es Probleme. Die Allianz Private Krankenversicherungs-AG hat einen Report über die Zustände, die bis 2020 herrschen werden, veröffentlicht. Pflegebedürftige in der eigenen Familie zu versorgen kommt immer mehr aus der Mode, während die Einrichtungen schlicht unterbesetzt sind. Zudem wird die Pflege auch für die Kostenträger immer teuerer. So erhöhen sich die Kosten von 26 Mrd. € (im Jahr 06) bis 2020 um 11Mrd. € (auf 37 Milliarden). Der Grund dafür liegt bei dem Risiko, zum Pflegefall zu werden (was im Alter ziemlich hoch ist). Und die Höhe der Kosten sind an diese Risiken gekoppelt. Auch wenn die staatliche Pflegeversicherung plant dagegen zu halten, in dem sie den Pflegestufen mehr Leistung zukommen lässt, so fehlt hinten und vorne das Geld, um die Bedürftigen allesamt ausreichend zu versorgen.
Die Allianz hat herausgefunden, dass trotz der bevorstehenden Schwierigkeiten nicht einmal die Hälfte der Bürger (43,1%) etwas auf die hohe Kante gelegt hat, um ihre Pflege zu finanzieren. 71% der jungen Leute unter dreissig Jahren sind Sparmuffel, während bei der Generation 60+ knapp 65% kein Geld beiseite gelegt haben. Aber auch auf die Orte in Deutschland kommt es an. In Freiburg, Oberfranken oder in Oberbayern sind die Leute sparsamer am Werk, als beispielsweise in Bremen, Darmstadt und Berlin. Aber auch in Ostdeutschland sind eher die weniger Sparsamen, als in den den westlichen Bundesländern. Zudem macht sich die demographische Entwicklung im Osten Deutschlands nach und nach am stärksten bemerkbar. Diese ungesunde Kombination zwischen mangelnder Sparsamkeit und Alterung der Gesellschaft wird dauerhaft zu einer Überlastung der Pflegekassen führen.



