Auch Krankenhäuser in der demographischen Falle

Es ist ja, zumindest für die regelmäßigen Leser meines Blogs bekannt, dass die Bevölkerung in Deutschland immer älter wird. Wir stehen vor schweren demographischen Herausforderungen. Das betrifft nicht nur unser Rentensystem. Über die Auswirkungen auf das Gesundheitssystem habe ich ja schon ausführlich berichtet. Allerdings wird dieses Thema auch an den Krankenhäuser und dem Personal nicht spurlos vorüberziehen. Die Anzahl der im Krankenhaus zu versorgenden Patienten wird trotz abnehmender Bevölkerung deutlich zunehmen. Im Jahre 2030, also in gut 20 Jahren sozusagen, wird nur noch jeder dritte Krankenhauspatient unter 60 Jahren alt sein. Bedenklich stimmen mich die jüngst vom statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichten Zahlen, im Rahmen der Untersuchung zum Thema „Krankenhauslandschaft im Umbruch“, diese reichen in das Jahr 1991 zurück. Nach dem Bericht werden die im Krankenhaus behandelnden „Fälle“ von heute 17 Mio. Patienten bis 2030 auf 19 Millionen ansteigen.

Bemerkenswert ist die Verteilung der Krankenhäuser zwischen öffentlich rechtlichen Krankenhäusern, welche seit Beginn des Berichts im Jahre 1991 von 2411 bis 2007 um 324 auf 2087 Krankenhäuser überproportional schrumpfte, während sich die Anzahl der überwiegend kleinen Privatkliniken mehr als verdoppelte. Im Jahre 2007 bestanden ca. 620 Privatkliniken.

Der Wegfall von Krankenhauskapazitäten war auch von einem entsprechenden Bettenabbau von rund 159.000 Krankenhausbetten begleitet, in 2007 standen nur noch 507.000 Krankenhausbetten zur Verfügung. Nur die Auslastung der Krankenhäuser sank von 84% in 1991 auf nur noch77% in 2007. Der Grund ist nicht etwa darin zu suchen, dass Deutschland gesünder geworden wäre, nein nein, Ursache ist, dass die Verweildauer rapide verkürzt wurde. Lag ein Patient im Jahre 1991 noch im Schnitt 14 Tage im Krankenhaus so waren das in 2007 nur noch 8,3 Tage im Schnitt. Ein hoch auf die Fallpauschalen, darüber habe ich ja auch schon einen Artikel verfasst.

Häufigste Einzeldiagnose sei nach dem Bericht die Herzinsuffizienz gefolgt von psychischen und Verhaltensstörungen durch Alkohol, das hätte ich nicht erwartet und wird in dem Bericht auch als „alarmierend“ bezeichnet. Es gibt aber auch Positives zu vermelden, die zu den in 2007 am häufigsten abgerechneten Fallpauschalen zählt mit 543.000 Fällen die Versorgung gesunder Neugeborener. Es wäre wünschenswert wenn diese notwenige Krankenhausversorgung auch in Zukunft zu den häufigsten Fallpauschalen zählen.

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