Operation von gesetzl. Krankenversicherung abgelehnt

Eine 31jährige Patientin leidet, nach einem Bericht in Plusminus, seit der Kindheit an Adipositas – also extremer Fettleibigkeit. Die Folgeerkrankungen sind natürlich erheblich. „Ich habe ein Lendenwirbelsyndrom, ich habe einen leichten Bandscheibenvorfall. Und Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Cholesterin ist stark angestiegen, es kann auch jederzeit der Zucker ausbrechen. Man ist eigentlich eine tickende Zeitbombe.“ Berichtet die Patientin in dem Beitrag. Alle konservativen Behandlungsmethoden halfen nichts. Da kann ich auch ein Lied davon singen. Auch ich könnte 20 kg weniger vertragen, nur hat selbst eine drastische Ernährungsumstellung bei mir nicht geholfen.

Selbst der eingeschaltete Ernährungsmediziner Dr. Klaus Winckler erklärt zu dem Fall der Patientin: „Sie ist eigentlich von jedem Versuch zum nächsten immer schwerer geworden. Wir haben es auch heute gesehen, sie hat wieder zugenommen. Ich denke, die Möglichkeit, dass sie mit konservativen Methoden dauerhaft abnehmen kann, ist verschwindend gering.“

Deshalb wird die letzte Hoffnung in eine Operation gesetzt, bei dieser Operation wird der Magen durch einen Magenbypass verkleinert, oder sogar ein Stück des Magens entfernt. Durch diese Operation würde die Möglichkeit bestehen bis zu 70 Prozent ihres Übergewichts zu verlieren und damit auch die Folgeerkrankungen zu mildern. Insgesamt 30 Gutachten von zehn verschiedenen Ärzten besagten alle: Diese Frau muss operiert werden. Das sah aber die Gesetzliche Krankenversicherung bei der die Patientin versichert war anders, eine Operation wurde abgelehnt. Vielleicht trägt ja auch dieser Artikel dazu bei hier Hilfe zu leisten.

Nun muss ich natürlich, wie kann es anders sein auf die Private Krankenversicherung kommen, wie sieht die Sachlage denn hier aus. Eine privat versicherte Psychotherapeutin nahm nach einer solchen, von der PKV finanzierten Operation 90 kg ab. Vor der Operation war sie arbeitsunfähig und todkrank, diese Patientin berichtet in dem gleiche Bericht von Plusminus: „Kurz vor der OP gab man mir nur noch sechs Monate zu leben, weil meine Organe versagten. Mein ganzer Körper zeigte mir deutlich: Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr, es geht nicht mehr. Glück gehabt, PKV versichert könnte man nun sagen, oder?

Deutschland ist in Europa der Spitzenreiter im Bereich der Adipositas Patienten, mit allen dazugehörigen Folgeerkrankungen. Nur werden die wenigsten Patienten einer Operation unterzogen, in 2006 gerade mal 1580 Patienten welche operiert wurden. Wenn man sich nun die Statistiken in anderen EU Ländern ansieht könnte man verzweifeln. Beispielsweise werden in Österreich fast genauso viel Operationen wie in Deutschland durchgeführt, nur Österreich hat nur ein Zehntel der Einwohnerzahl wie Deutschland.

Was sagen die Fachleute zu solchen Zuständen? Der Gesundheitsökonom Herr Stefan Sauerland berichtet in dem Plusminusartikel, er erforscht die Entwicklungen operativer Adipositasbehandlungen : „Langfristig führt die geringe Akzeptanz der Adipositaschirurgie dazu, dass wir in Deutschland im Gesundheitswesen sicherlich in einigen Bereichen Geld verschwenden.“. Auch ökonomisch falsch ist es für Herrn Sauerland, dass schwer Übergewichtige hierzulande so selten operiert werden.

Für Übergewichtige ab einem Bodymass-Index über 40 kommt eine solche Operation in Frage, diese kostet zwischen 5000 und 10.000 Euro. Dies Ausgaben machen sich langfristig bezahlt: „Bei diesen krankhaft Fettleibigen sind durch das enorme Ausmaß des Übergewichts eine ganze Reihe von Folgeerkrankungen vorprogrammiert. Diese Erkrankungen, gerade Diabetes, kosten in Summe Milliarden von Euro“ so der Gesundheitsökonom Sauerland. Die Patientin über die Plusminus berichtet hat, wird vor dem Sozialgericht klagen. Ich wünsche dazu von Herzen viel Erfolg.

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