Dass in Krankenhäusern und Pflegeheimen die Lage für das Personal nicht ganz so rosig ist und der Druck letztendlich auf die Bedürftigen überspringt, zeigte sich auf besonders harte Weise bei einem Pflegeheim in Heidelberg, welches von einer GmbH übernommen wurde. Mit der Drohung, den Laden dicht zu machen, zwang die Geschäftsleitung der privaten Firma das Personal dazu, Kürzungen des Entgeltes, Urlaubs-und Weihnachtsgeldes hinzunehmen. Manche mussten dann mit 800€ weniger auskommen. Diese Arbeitsbedingungen seien fristlos hinzunehmen (durch Unterzeichnung entsprechender Arbeitsverträge), da sonst der Arbeitsplatz in Gefahr wäre. Es wurde den Beschäftigten somit auch die Möglichkeit verwehrt, sich wenigstens auf die neue Situation einstellen zu können.
Außerdem wurden die Angestellten schikaniert, indem sie den Betriebsrat nicht aufsuchen durften und der neue Arbeitgeber einen Monatslohn einfach nicht auszahlte. Die Beschäftigten wiederum zeigten sich beharrlich, wobei sie auch externe Hilfe benötigen, um in dem Tumult nicht unterzugehen. Und die Hilfe lies nicht lange auf sich warten. Die ehemalige Bürgermeisterin solidarisierte sich mit den Geschundenen, genauso, wie sowie der halbe Stadtrat, Landtags- und Bundestagsabgeordnete in der Region, und zu guter letzt Franziska Becker (Zeichnerin von Karikaturen) und setzten die Leitung unter Druck, den offenen Monatslohn von November zu begleichen.
Einen (Teil-) Sieg konnten die Sympathisanten erzielen. Der Lohn vom November wurde (zumindest) teilweise gezahlt. Genauso erfolgte die in Verzug geratene Zahlung des Lohnes für Dezember, zwar auch nur teilweise, aber immerhin floss Geld aufs Konto. Und doch geben die Angestellten nicht auf; mit Unterstützung aus der Öffentlichkeit, und anderen Vereinigungen (Betriebsrat), sowie mit einem Klage beim Arbeitsgericht, fahren die „Opfer des Kapitalismus“ (Verzeihung für das Wortspiel) jetzt auch mal schweres Geschütz aus. Ich hoffe, dass solche Zustände für die Zukunft nicht zum Alltag gehören. Auf Grund der politischen Vorgaben befürchte ich aber das Schlimmste.



