Regierungsplan der FDP – die gesetzliche Krankenkasse soll abgeschafft werden

Die FDP verteilt das Fell des noch nicht erlegten Bären. Ich denke zum einen ist die Wahl im Herbst noch nicht gelaufen, deshalb sollte man sich lieber darauf konzentrieren diese Wahlen auch zu gewinnen. Nach einem Bericht in der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung” will die FDP bei einer möglichen Regierungsbeteiligung nach der Bundestagswahl die gesetzliche Krankenkasse abgeschaffen. Würde mich schon mal interessieren wer sich bei der FDP so einen Schwachsinn ausgedacht hat. Meiner Meinung nach sollte das System der GKV mit der darin enthaltenen Selbstverwaltung gestärkt werden und nicht wie zur Zeit von der Politik für ideologische Ziele missbraucht werden. Die GKV gehört in die Hand der GKV und deren Versicherte und nicht in die Hand der Politik, gleich welcher Couleur. Ich denke eine vernünftige Zukunft im Gesundheitswesen wäre die GKV als eigenständige Versicherungsmöglichkeit und an deren Seite eine starke PKV, wobei der Wechsel zwischen den Systemen durchaus erleichtert werden sollte. Beide Versicherungssysteme haben Vor- und Nachteile sind beide Versicherungsarten stark und selbstbestimmt hat der Kunde die Wahlmöglichkeit sich für das eine oder andere System zu entscheiden.

Alle Bürger sollen der “HAZ” zufolge verpflichtet werden eine private Krankenversicherung abzuschließen. Dabei beruft sich die Zeitung auf das von dem FDP-Präsidium beschlossen Konzept “ein einfaches, transparentes und leistungsgerechtes Gesundheitswesen”, dieses soll sogar als Antrag im Bundestag eingebracht werden. In dem Bericht der “HAZ” wird der gesundheitspolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Daniel Bahr zitiert. “Ich sehe einige Partner in der Union. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Union weiter den Weg in eine zentralistische Einheitskasse gehen will”. Die Union sei dem Bericht zufolge zu einem grundsätzlichen Kurswechsel in der Gesundheitspolitik bereit. Damit würde der erst eingeführte Gesundheitsfonds zusammen mit der umlagefinanzierten gesetzlichen Krankenkasse abgeschafft, alle PKV Unternehmen müssten demnach alle Versicherten aufnehmen.

Ich denke da hat man bei der FDP nicht so ganz nachgedacht, wenn ich die noch jungen Erfahrungen mit dem Basistarif in Betracht ziehe kann ich diesen Vorschlag nicht so ganz nachvollziehen. In der Regel liegt der Beitrag für Neuversicherte im Basistarif beim Höchstbeitrag. Dieser liegt nun bei ca. 600 € sagen wir mal wir haben einen angestellten Familienvater (der aus gesundheitlichen Gründen im Basistarif versichert sein muss) Einkommen brutto 4000 €, 2 Kinder Ehefrau ist Hausfrau. Die Zahlen in der GKV heute die besagten 630€. Diese Familie würde bei Abschaffung der GKV dann 2×630 € + die Kinder sagen wir 200 € also so round a bound 1660 € bezahlen. Dazu kommen noch ca. 900 € Steuer und Abgaben. Im Endeffekt würden noch 1440 € netto übrig bleiben, mehr bleibt dazu wohl nicht zu sagen. Außer vielleicht, liebe FDP bitte legt dieses Papier so bald wie möglich dahin, wo es hingehört und macht euch bitte Gedanken wie die GKV Ihre Freiheit wieder erlangen kann. Ziel sollte es doch auch im Sinne des freiheitlichen Gedankens der FDP seien, ein möglichst breites Spektrum der Wahlmöglichkeiten zu erhalten.

Comments

  1. Al says:

    Tja, ich nehme mal an, dass es bei der Zielgruppe der FDP und denjenigen, die von den Plänen profitieren würden, recht hohe Überschneidungen gibt. Klientelpolitik nennt man das.
    Wenn man sich mal klar macht, was die private Absicherung für alle letztendlich bedeutet, kann man die FDP nicht ernst nehmen. Ob die 18% potentiellen Wähler das Wahlprogramm dieser Partei kennen??

  2. manfred says:

    Hallo AL,
    das ist eine gute Frage, habe inzwischen weitere Informationen werde über dieses Thema, werde bald dazu einen neuen Artikel schreiben. Ich sehe das als ein schwieriges Problem dar, welche Alternativen gibt es zur nächsten Bundestagswahl? Ich denke das jetzige Hick Hack sollte beendet werden. Dann gibt es nur Rot Rot vielleicht noch mit den Grünen oder eben Schwarz Gelb. Ganz ehrlich da ist mir letztes Variante noch am erträglichsten. was meinen Sie? Wponei ich vermeuden möchte das dieses blog zu einem politischen Blog wird, wobei natürlich die Zukunft der Krankenversicherung vil lmit Politik zu tun hat.
    Grüße
    Manfred

  3. Al says:

    Hallo Manfred,

    die letzten beiden Änderungen in der Gesundheitspolitik waren doch ausschießlich politisch motiviert
    - Die Einführung des Gesundheitsfonds
    und
    - Die Subventionierung der GKV im Rahmen des Konjukturpaketes.
    Beim Thema Gesundheit wird man daher sehr schnell politisch.

    Ich würde bei der nächsten Wahl auch eher schwarz/gelb in der Regierung sehen als andere mögliche Kombinationen, auch wenn Union und FDP in der Vergangenheit nicht gerade mit sinnvollen Reformen des Gesundheitssystems geglänzt haben.

  4. manfred says:

    hallo Al,
    da kann ich Ihnen leider nur zustimmen, daran kann man wieder sehen, wie sehr die Politik die Krankenversicherung vereinnahmt und auch für ideologische Zwecke verwendet hat, dass das Thema Krankenversicherung soviel mit Politik zu tun hat, hätte ich mir zu Beginn des Blog auch nicht gedacht. In wieweit die politischen Ziele in der Krankenversicherung bei einer schwarz gelbe Regierungsübernahme sinnvoll sind, muss die Zeit zeigen. Ich denke aber, dass eine solche Koalition für Deutschland alle mal besser ist als die machbaren Alternativen zum einen mit der Fortführung der jetzigen Regierungskonstellation oder eben Rot, Rot, Grün. Ich denke Rot, Rot Gelb ist auszuschließen, interessant wäre vielleicht noch Rot, Gelb Grün, ist aber ehr unwahrscheinlich.
    Grüße
    manfred

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  1. [...] wählen sollte – vielleicht, weil sie nach der Wahl faktisch die gesetzliche Krankenversicherung abschaffen will? Oh mein Gott. Das wird doch nur dazu führen, das sich der “traurige Trend” zur [...]

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