Erstes Opfer der Finanzkrise, möglicherweise die Bayerische Beamtenversicherung a.G.

Nun könnte es nach einem aktuellen Bericht der Financial Times Deutschland (FTD) im Bereich der Versicherungen das erste Opfer der Finanzkrise geben. Danach wäre die Bayerische Beamtenversicherung a.G. (BBV) mit Sitz in München als erster deutscher Versicherer von der Finanzkrise betroffen. Grund für die Schieflage sei ein Anteil von ca. 9% an der Aareal Bank, welche heftig unter die Räder der Finanzkrise geraten war. Deshalb könnten Abschreibungen von ca. 80 Mio € notwendig werden.

Nun für mein Thema der privaten Krankenversicherung spielt diese Problematik in 2009 keine große Rolle mehr, weil die BBV die eigene PKV die BBV Krankenversicherung AG in 2008 an die Bayerische Beamtenkrankenkasse AG (BBKK) aus München verkauft hat und seither nur noch vermittelnd für die BBKK tätig ist.

Nach dem Artikel in der FTD kam die Versicherungswirtschaft überein, mögliche Probleme wegen der Finanzkrise intern zu lösen. Um so den „Hort der Stabilität zu bewahren, der im Gegensatz zu den Banken keine existenziellen Probleme wegen der Krise hat“, nun könnte dieser Ernstfall mit der BBV eintreten. Obwohl auch hier wieder eine Bank die Ursache für die möglichen Probleme ist. Das Engagement bei der Aareal Bank könnte zu einem Fiasko werden, schlimmstenfalls müsste der gesamte Posten abgeschrieben werden. Die FTD zitiert Herrn Rolf Koch, Vorstand der BBV, dieser schlimmste Fall sei eher unwahrscheinlich. Über die bilanziellen Auswirkungen fänden zurzeit mit den Wirtschaftsprüfern Gespräche statt. Hintergrund ist, dass Versicherer welche nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) bilanzieren, die eigentlich notwendigen Abschreibungen nicht vornehmen müssen, wenn der Verlust der Wertpapiere die 20% Marke innerhalb eines Jahres nicht übersteigt.

Auch aktuelle Gespräche mit anderen Versicherern über eine Partnerschaft bestätigte Herr Koch gegenüber der FTD, allerdings sei es nicht richtig, dass die BaFin die BBV zu einer Fusion dränge. Sowohl die Signal Iduna als auch die HUK-Coburg hatten Interesse an einer Fusion mit der BBV gezeigt, in der FTD bestätigte die HUK-Coburg, dass konkrete Verhandlungen geplant seien.

Als öffentlichen-rechtlichen Versicherer war die Versicherungskammer Bayern (VKB) der BBV schon in 2008 mit der Krankenversicherung zur Hilfe gestanden. Für eine weitere Übernahme würde die VKB aber nicht zur Verfügung stehen. Außerdem ist natürlich die Übernahme eines Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG) leichter durch einen anderen VVaG zu bewerkstelligen als durch z.B. eine Aktiengesellschaft (AG). Bei der BBV Krankenversicherung AG hatte dieses Problem keine Rolle gespielt, weil die BBV Krankenversicherung AG schon als AG gegründet wurde.

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