Der Vorstand der KarstadtQuelle Krankenversicherung Herr Peter M. Endres war bei der kürzlich stattgefundenen Präsentation des Jahresergebnisses 2008 der Meinung: „Wir hätten gern mehr gemacht“, diese Aussage bezog sich besonders auf die eingeführten Produktinnovationen. Der Spaßkiller war mal wieder die Politik, welche durch die Änderungen der gesetzlichen Vorgaben (z.B. die Einführung des neuen Versicherungsvertragsgesetz (VVG)) massiv personelle und finanzielle Kapazitäten gebunden hätte.
Weitere Bremsspuren wurden auch durch die Finanzkrise verursacht. Bemerkenswert war die Differenz zwischen den Anfragen von Interessenten (soviel Kundenanfragen wie in 2008 hatte das Unternehmen noch nie) und den daraus generierten Abschlüssen, diese ließen zu wünschen übrig. Da ich persönlich ja auch Kundenanfragen telefonisch bearbeite kann ich diese Problematik aus eigener Erfahrung nachvollziehen. Dennoch sieht sich die KarstadtQuelle Krankenversicherung mit stolz als: „Deutschlands meistgewähltem Direktversicherer“.
Herr Endres sah die Ursache dieser Diskrepanz einerseits in den neu gesetzten Rahmenbedingungen, andererseits in der Verunsicherung der Kunden z.B. durch das Invitatio-Modell. Bedenklich sah Herr Endres auch die Diskussion um die Verschärfung des Datenschutzgesetzes. Der KQV Vorstand befürchtet m.E. zurecht, dass der Gesetzgeber hier „übereifrig wird“.
Auch neue Kapitalanlageprodukte der KarstadtQuelle Krankenversicherung wie z.B. „MaxiZins“ waren von der Finanzmarktkrise betroffen, diese mussten aus Ertragsgesichtspunkten zurückgefahren werden. Erfreulich war die Steigerung im Bereich der Neukunden und im Bestand, die KQV hätte 500.000 Kunden gewinnen können und damit einen Kundenstamm von 4 Millionen Kunden erreicht. Auch die Anzahl der im Bestand gehaltenen Verträge stieg um 600.000 auf nun 5,9 Millionen laufende Verträge. Einziger Wermutstropfen wäre, dass das Neugeschäft um 8 Prozent auf 370 Millionen Euro gesunken sei.
Was die Konzernmutter die ERGO Versicherungsgruppe AG aus Düsseldorf auch nicht sehr erfreuen wird, ist die Tatsache, dass sich der Jahresüberschuss von 33,7 Millionen Euro in 2007 auf 17 Millionen Euro in 2008 praktisch halbiert hat. Grund für diesen Rückgang sah man in der notwenigen Abschreibung im Aktienbestand, welcher in der Zwischenzeit erheblich zurückgefahrenen wurde. Auch die Nettoverzinsung musste um 1,9% auf nun 3% reduziert werden. Allerding werde versucht im Bereich der Lebensversicherung die Gesamtverzinsung inklusive Schlussüberschuss bei attraktiven 5 % zu halten. Eine Prognose ob dieser Wert für 2009 zu halten sei, gab es aber nicht.
Bisher war der Vertrieb auf ältere Kundschaft zugeschnitten. Nun will die KarstadtQuelle Krankenversicherung zu neuen Ufern und in „anspruchsvollere soziale Milieus“ vordringen, um damit auch jüngere Kunden zu gewinnen. Auch das Internet steht im Focus der Vertriebsaktivitäten. Hauptaufgabe des neuen Vertriebsvorstand Dr. Clemens Muth wäre hier „Gas zu geben“, geplant seien auch Produktinnovationen, etwa bei der Zahnzusatz-Versicherung oder auch im Pflegebereich. Da bin ich mal gespannt ob die Vertragsbedingungen dieser neuen Produkte überzeugen.
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