Streit um Honorare der Ärzte

März 18th, 2009 by Manfred | Filed under Finanzen, GKV, Krankenkasse.

Nachdem unsere geehrte Frau Ulla Schmidt, Gesundheitsministerin (SPD), letztes Jahr mit dem Füllhorn durch die Lande gezogen ist und damit die Honorare der Ärzteschaft mal so auf die schnelle um 3 Milliarden Euro erhöht hat, geht der Honorarstreit in 2009 in die nächste Runde, für 2009 fordert die Ärzteschaft nochmals einen Aufschlag von 1,5 Milliarden Euro. Das wiederum bringt sowohl die Politik als auch die Krankenkassen in Rage, diese warnen vor möglichen Protestaktionen der Ärzteschaft auf dem Rücken der Patienten.

Die niedergelassenen Ärzte wollen die zum 01.01.2009 in Kraft getretene Honorarreform nochmals aufschnüren. Diese Forderung lehnt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) ab. Grund für den Unmut der Ärzteschaft ist die Erkenntnis, dass sich trotz der politisch zugesagten Honorarsteigerung in manchen Regionen Honorarverluste eingestellt haben. Auf die Barrikaden gehen vor allem die Ärzte in den betroffenen Regionen Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Außerdem monierte der Präsident der Ärztekammer (BÄK), Herr Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, im Deutschlandfunk, dass statt der zugesagten 3 Milliarden € für 2009 nur 1,23 Milliarden Euro mehr zur Verfügung stehen würden. Weil das Jahr 2007 als Berechnungsgrundlage für die Steigerung in 2009 herangezogen wurde, müssten die fehlenden 1,5 Milliarden Euro nachgelegt werden.

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ist aber auf diesem Ohr taub. “Mehr Geld gibt es nicht”, war die Antwort von Ministeriumssprecher Herrn Klaus Vater, welche er der dpa in Berlin mitteilte, weiter sagte er: “Hunderttausende bangen um ihre Arbeitsplätze. Da ist die Forderung nach 1,5 Milliarden Euro mehr völlig unpassend.” Auch das Nachkarten in Bezug auf die Honorarreform ist nicht verwandelbar: “Wir stellen nicht mehr alles auf Null” so Herr Vater. Allerdings sah die Chefin Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) schon, dass es durch die Reform in manchen Regionen und bei einzelnen Arztgruppen Problemen gäbe, welche die Selbstverwaltung von Ärzten und Kassen zu klären habe. Aus diesem Grunde werden bis Ende März 09 Verhandlungen zwischen den Kassen und den niedergelassenen Ärzte über die Verteilung der Mittel stattfinden. Es geht aber nur um die Verteilung der vorhandenen Mittel, nicht um einen Nachschlag.

Proteste der betroffenen Ärzte an allen Orten, einige Mediziner behandeln GKV-Patienten nur noch gegen extra Honorare oder sogar Vorkasse. Die Nachrichtenagentur Reuters meldet allein bei der DAK wären schon 1.500 Klagen diesbezüglich gemeldet. Dagegen holt unsere geehrte Gesundheitsministerin Frau Ulla Schmidt den Knüppel aus dem Sack, sie droht mit disziplinarischen Mitteln bis hin zum Entzug der Kassenzulassung.

Leave a Reply