Zukunftsvisionen einer Ministerin: Termingarantie und Honorargleichheit

September 17th, 2009 by Andre | Filed under GKV, Krankenkasse, Krankenversicherung, PKV, Politik.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt plant schon jetzt für eine mögliche Wiederwahl und präsentiert ihre Visionen vom zukünftigen Gesundheitswesen: Hatte sie erst kürzlich das Aus der privaten Krankenversicherung prüfen lassen, will sie jetzt mehr Termingerechtigkeit und gleiche Honorarsätze, unabhängig davon, ob eine gesetzliche oder eine private Kasse die Kosten trägt.

Die Punkte Termine und Wartezeiten beim Arzt stehen nicht zum ersten Mal zur Debatte. Entsprechend gelassen nimmt es die Bundesärztekammer: „Das ist nett und gut gemeint, aber nicht zu realisieren“, so der Präsident, Professor Jörg-Dietrich Hoppe. Die meisten Ärzte, insbesondere die Facharztgruppen, seien schon heute vollkommen überlastet. Das eng gesteckte Budget sorge zusätzlich dafür, dass viele Patienten länger auf einen Termin warten müssen.

Dass gesetzlich Versicherte erheblich mehr Geduld aufbringen müssen als Privatpatienten sieht die Bundesgesundheitsministerin als zentrales Problem, an dem sich immer wieder Ärger entzünde. Haupteinnahmequelle für die meisten Ärzte seien schließlich die GKV-Mitglieder. Wenn sich kein zeitnaher Termin einrichten ließe, müsse eben auf Kliniken verwiesen werden, die ambulante Leistungen bieten. Den Patienten gibt Ulla Schmidt mit auf den Weg, sich möglichst früh – mehrere Monate im Voraus – um einfache Vorsorgeuntersuchungen zu bemühen. Bei Notfallerkrankungen hingegen soll es nach Wunsch der Ministerin maximal fünf Tage dauern, bis man einen Termin bekommt.

Dürfte die Terminvergabepraxis schon ein echter Knackpunkt werden, kommt die Forderung nach einer Angleichung der Honorare für Kassen- und Privatpatienten einer Kampfansage gleich. Ulla Schmidt schwebt eine einheitliche Gebührenordnung vor. Abrechnungsgrundlage soll dann nicht mehr der Versichertenstatus, sondern schlicht der Aufwand sein. Wobei über Qualität und Preis verhandelt werden könne. Seitens der gesetzlichen Kassen bestehe durchaus Bereitschaft, bei entsprechender Qualität auch Steigerungssätze zu vereinbaren.

Ziel sämtlicher Ideen ist mehr Gerechtigkeit im Gesundheitswesen. Bei den Honoraren wird es allerdings ein hartes Ringen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung spricht jetzt schon von „unverhältnismäßigen“ Forderungen und warnt vor zu viel Bevormundung durch den Gesetzgeber.

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