„Die private Krankenversicherung gratuliert CDU/CSU und FDP zum eindeutigen Gewinn der Bundestagswahl“, heißt es in der jüngsten Pressemitteilung des PKV-Verbandes. Dessen Vorsitzender, Reinhold Schulte, sieht das Ergebnis als klaren Wählerauftrag, der Chancen für „eine kluge und pragmatische Gesundheitspolitik“ bietet statt „den Trend in die Staatsmedizin fortzusetzen“.
Mit CDU und FDP sind jetzt zwei Parteien an der Macht, die sich anders als SPD, Linke und Grüne stets für die private Krankenversicherung und gegen eine Einheitsversicherung ausgesprochen haben. Der Zug Richtung Bürgerversicherung dürfte damit vorerst abgefahren sein. Sie bauen nach wie vor auf das dualen System und das Nebeneinander von privater und gesetzlicher Krankenversicherung. Wobei die FDP einen Schritt weiter geht und den gesetzlichen Kassen ausschließlich die Regelleistungen überlassen möchte. Leistungen, die darüber hinaus gehen, sollen privat abgesichert werden. Das würde die PKV stärken und mehr Eigenverantwortung von den Versicherten verlangen.
Mit einem Problem wird sich Schwarz-Gelb auf jeden Fall auseinandersetzen müssen: die demographische Entwicklung und ihre Auswirkungen auf das Gesundheitssystem. Bis 2050 wird sich die Zahl der 65-jährigen, so die Prognosen, mehr als verdoppeln. Welche Folgen das für die Krankenkassen und ihre Finanzen haben wird, lässt sich jetzt noch nicht vorhersagen. Die FDP setzt dazu auf Kapitaldeckung und Rückstellungen, mit denen die höheren Ausgaben für ältere Versicherungsnehmer finanziert werden sollen. Der Gesundheitsfonds muss aus Sicht der Liberalen ganz zurückgeführt werden. CDU/CSU versprechen sich mehr Erfolg durch Wettbewerb und Transparenz.



