Um vier bis zehn Prozent werden die Prämien für die private Krankenversicherung im nächsten Jahr steigen. Diese Zahlen nannte jetzt die Ratingagentur Assekurata. Die Werte decken sich mit dem, was in Branchenkreise bereits gemunkelt wird. Wie hoch die Beitragsanpassung genau ausfalle, hänge vom gewählten Tarif und dem Anbieter ab. Sicher sei nur: „Die Prämien werden deutlicher steigen als im vergangenen Jahr“, so Assekurata-Geschäftsführer Rainer Will gegenüber der Süddeutschen Zeitung.
Die privaten Krankenversicherungen halten sich mit konkreten Aussagen noch zurück. Die DVK will erst die Kunden informieren, bevor sie Zahlen nennt. Die Debeka als Branchenführer ist da schon etwas auskunftsfreudiger. Sie spricht von über fünf Prozent, die ihre Kunden demnächst mehr berappen müssen. Die Allianz plant, die Beiträge um weniger als drei Prozent anzuheben. Wesentlich teurer werden laut Ratingagentur die so genannten Schnäppchentarife. Sie dienten dazu, junge und gesunde Kunden zu binden, waren aber zu knapp kalkuliert. Das macht sich jetzt bemerkbar.
Auslöser für die Preiserhöhungen, die zuletzt eher moderat ausgefallen waren, sind vor allem zwei Faktoren: die ambulanten Behandlungs- und die Krankheitskosten. Sie stiegen bereits 2008 um 7,0 bzw. 5,9 Prozent und werden in diesem Jahr nochmals deutlich höher ausfallen. Manfred Poweleit vom Branchendienst Map-Report bringt es auf eine recht schlichte Formel: „Jetzt ist die Zeit des Bezahlens.“ Hinzu kommt, dass die privaten Krankenversicherungen ihre Tarife regelmäßig aufgrund der verlängerten Lebenserwartung und damit einhergehend höheren Behandlungskosten anpassen müssen. Sinken dann auch noch die Versichertenzahlen, wird es eng. Das spiegelt sich in der Nettorendite wider, die mit der Anlage der Kundengelder erzielt wird: Sie sackte 2008 von 4,75 auf 3,53 Prozent ab.



