Die Themen Pflege und Pflegebedürftigkeit rücken immer mehr aus ihrem Schattendasein auf die politische Bühne. Während die Bundesregierung über den Umbau der Pflegeversicherung nachdenkt und bereits andeutet, dass wahrscheinlich höhere Beiträge fällig werden, setzt der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) dort an, wo aktuell ebenfalls Vieles im Argen liegt: bei der Pflegequalität. Dazu stifteten die PKV das „Zentrum für Qualität in der Pflege“ (ZQP), dessen konstituierende Gremiensitzungen diese Woche stattfanden.
„Fachlich unabhängig, thematisch breit aufgestellt sowie unter ständiger Begleitung von Wissenschaftlern, Praxisexperten und Selbsthilfeorganisationen wird das ZQP zur kontinuierlichen Verbesserung der Pflege beitragen“, ist der Vorsitzende des PKV-Verbandes, Reinhold Schulte, überzeugt. Die privaten Krankenversicherungen griffen damit die Appelle von Politik und Pflegefachwelt auf, einheitliche, qualitative Standards in der Betreuung von Pflegebedürftigen zu definieren und weiterzuentwickeln. Mit an Bord seien Experten aus den Bereichen Medizin, Altersforschung, Rechts- und Pflegewissenschaft.
Ziel sei es, die Erkenntnisse zur Pflegequalität interdisziplinär zu bündeln. Diesen Ansatz verfolge das Zentrum derzeit als einzige Einrichtung in Deutschland. Dazu würden unter anderem Forschungsvorhaben und Projekte ausgeschrieben und von einer unabhängigen Kommission an externe Institute vergeben. „Das ZQP wird regelmäßig über den Stand der Qualitätsentwicklung in der Pflege sowie vielversprechende Praxismodelle informieren und eine internetbasierte Zeitschrift herausgeben“, so Reinhold Schulte. Die Stiftung des Zentrums mit Sitz in Berlin ist laut Verbandsdirektor bereits die zweite Säule der PKV-Qualitätsoffensive nach der Gründung der COMPASS Private Pflegeberatung: „Damit setzen wir unser Engagement in diesem gesellschaftlich wichtigen Bereich konsequent fort.“



