Die Ursachen für die höheren Beiträge zur privaten Krankenversicherung

November 26th, 2009 by Andre | Filed under PKV.

Die privaten Krankenversicherungen werden die Beiträge im kommenden Jahr deutlich anheben – wir berichteten. Als Ursachen für diesen Schritt lassen sich viele Faktoren ausmachen, angefangen bei der Finanzkrise über die steigenden Ausgaben und die demographische Entwicklung bis hin zu den politischen Rahmenbedingungen. In der Summe sorgen diese Faktoren dafür, dass einige PKV demnächst über zehn Prozent mehr von ihren Versicherten verlangen werden. Im Schnitt dürften es sechs Prozent sein.

Die Finanzkrise: Wie fast alle Unternehmen leiden auch die privaten Krankenversicherer unter der Finanzkrise. Wer glaubt, die PKV seien ungeschoren davongekommen, täuscht sich gewaltig und muss sich mit Blick auf die Nettoverzinsung im vergangenen Jahr eines Besseren belehren lassen. Erreichten die PKV 2007 noch einen Wert von durchschnittlich 4,75 Prozent, waren es 2008 nur noch 3,56 Prozent. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestverzinsung von 3,5 Prozent wurde damit nur ganz knapp erreicht.

Die Ausgaben: Die medizinische Versorgung kostet Geld und wird auf Dauer nicht billiger, sondern stetig teurer. Das belegen die Bilanzen der PKV. Die Leistungsausgaben der privaten Krankenversicherungen stiegen im vorigen Jahr im Schnitt um 6,7 Prozent. Besonders deutlich machte sich diese Entwicklung bei den ambulanten Heilbehandlungskosten bemerkbar. Innerhalb von drei Jahren erhöhten sich die Ausgaben im Branchendurchschnitt um 16,8 Prozent. In diesem Topf verstecken sich auch die Ausgaben für Heilpraktiker-Behandlungen, die um 33,1 Prozent zulegten. Hinzu kommen die gestiegenen Kosten für Zahnersatz und Arzneimittel.

Die Politik: Die Unternehmen hatten im zurückliegenden Jahr Grund genug, auf die Politik zu schimpfen. Als besonders schwere Last empfinden sie den Basistarif, der einhergeht mit der Pflicht zur Versicherung, einem eingeschränkten Kündigungsrecht und damit auch einer geringeren Stornowahrscheinlichkeit. Das führt unter anderem dazu, dass die Altersrückstellungen von Kunden, die aus der PKV ausscheiden, nicht mehr in dem Maße wie bisher zur Beitragsentlastung herangezogen werden können.

Leave a Reply