Dass die private Krankenversicherung in diesem Jahr für viele Kunden teurer wird, hatte sich schon lange abgezeichnet. Auch wir hatten darüber berichtet. Jetzt ist es Realität. Spätestens mit Blick auf die jüngste Abrechnung dürften viele Privatversicherte einen Schreck bekommen. Laut Finanztest sind seit dem Jahreswechsel die Beiträge für die PKV um monatlich 80 und mehr Euro gestiegen. Doch wie reagiert man am besten auf die Teuerung? Finanztest rät: Ruhe bewahren.
Zwar mag man sich angesichts der weitaus höheren Rechnung genötigt fühlen, gleich das Kündigungsschreiben aufzusetzen. Die Experten halten das allerdings für die schlechteste Lösung. Zum einen, weil der Weg zurück in die gesetzliche Krankenkasse in der Regel versperrt bleibt. Zum anderen wird durch einen Wechsel zu einer anderen PKV die Altersrückstellung unnötig angegriffen und geschmälert. Von dem, was in jungen Jahren für höhere Ausgaben im Alter investiert wurde, bleibt dann nicht viel über oder es geht sogar ganz den Bach runter und muss mühsam wieder aufgebaut werden.
Statt sofort mit einem PKV-Vergleich nach einem neuen Anbieter zu suchen, empfiehlt Finanztest, sich mit dem aktuellen Versicherer in Verbindung zu setzen. Es muss ja nicht die Kündigung sein, auch ein Tarifwechsel kann die monatliche Belastung senken. An möglichen Tarifen und Optionen sollte es nicht mangeln, angefangen bei Kompakttarifen bis hin zum Bausteinsystem. Abhängig davon, wie umfassend der Krankenversicherungsschutz aufgebaut sein soll und welche Tarifbausteine gewählt oder von der Liste gestrichen werden, ließen sich weit über 100 Euro im Monat sparen – und die Altersrückstellung bleibt bestehen. Vorsichtig sollte man bei sogenannten Billigtarifen sein. Sie bieten aus Sicht der Tester eine zu magere Leistung.



