Der Verband der privaten Krankenversicherungen (PKV) pocht darauf, die gleichen Rechte zu erhalten wie die gesetzlichen Krankenkassen. Ziel ist es, mit der Pharmaindustrie und den Ärzten Verträge aushandeln zu können, um den finanziellen Druck zu mindern. Der hatte Anfang des Jahres zu enormen Beitragssteigerungen geführt und den PKV ein eher negatives Image verschafft. Dazu trug auch eine IGES-Studie bei, laut der die Leistungsausgaben und Beiträge der PKV deutlich schneller steigen als bei den gesetzlichen Kassen.
Dieser Entwicklung müsse Einhalt geboten werden, so der Vorsitzende des PKV-Verbandes, Reinhold Schulte. „Wir brauchen vom Gesetzgeber dringend das Mandat“, forderte er im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin Focus und bezieht sich dabei auf die direkten Verhandlungsmöglichkeiten. Damit würden exakte Qualitätsmaßstäbe geschaffen und könnten die Kosten besser kontrolliert werden. Derzeit beschleicht den Verbandsvorsitzenden das Gefühl, Ärzte glichen das, was sie nicht mehr von den gesetzlichen Kassen erhielten, „unverfroren mit überflüssigen Leistungen“ über die PKV aus. Für Reinhold Schulte ist das „ein nicht hinnehmbarer Zustand“.
Angesichts der Diskussion um die Kopfpauschale und eine Umstrukturierung des Gesundheitswesens, wird es für die privaten Krankenversicherungen nicht leicht, diesen Wunsch durchzusetzen. Mit Johannes Singhammer, Gesundheitsexperte der CSU, haben sie immerhin einen Politiker, der sich auf ihre Seite stellt. Auch er fordert dazu auf, dass Verteuerungen wie sie aktuell zu beobachten seien, vermieden werden müssen. Dabei spricht er vor allem für die Kunden der PKV, insbesondere Beamte der unteren Gehaltsstufen: „Wir können nicht tatenlos zusehen, dass privat Versicherte einen immer höheren Teil ihres Einkommens für ihre Krankenversicherung aufwenden müssen.“ Verträge der PKV mit den Leistungserbringern seien ein Weg, die Beitragsexplosion zu bremsen.



[...] wir schon in einem Artikel am 03.03.2010 berichtet haben, möchten die privaten Krankenversicherungen die Möglichkeit haben durch [...]