Der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) hat vergangene Woche die Zahlen für das zurückliegende Jahr präsentiert und eine weitgehend positive Bilanz gezogen. „Wir sind und bleiben eine solide wachsende Branche“, betonte der Vorsitzende des Verbandes, Reinhold Schulte.
Die Altersrückstellung sei um zehn Milliarden auf 144 Milliarden Euro gestiegen. Das entspreche einem Plus von 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und belege, dass die privaten Krankenversicherungen trotz Krise gut aufgestellt seien. Die 144 Milliarden Euro verteilen sich mit 124 Milliarden Euro (plus 7,8 Prozent) auf die Kranken- und mit 20 Milliarden Euro (plus 5,3 Prozent) auf die Pflegeversicherung. „Die Verlässlichkeit unserer Anlagepolitik erkannt man auch daran, dass die Unternehmen den Rechnungszins seit dessen Einführung im Jahre 1949 jedes Mal erfüllt haben“, so Schulte.
Die PKV kämen anders als die gesetzlichen Krankenkassen auch weiterhin ohne Steuerzuschüsse und Schulden aus. 16 Milliarden Euro hätten die gesetzlichen Kassen im vorigen Jahr vom Staat in Anspruch genommen. Hochgerechnet auf die Beiträge hätte das einen Anstieg von zehn Prozent zufolge gehabt, stellte der Verband der privaten Krankenversicherung klar und unterstrich damit die eigene Finanzstärke.
Weniger zufrieden, allerdings auch nicht sonderlich enttäuscht, zeigen sich die PKV mit dem Netto-Zugang in der Vollversicherung. Unter Berücksichtigung aller Änderungen, die 2009 in Kraft getreten sind, lag er bei 175.100 Personen. Ohne den Sondereffekt durch die seit dem vergangenen Jahr geltende Pflicht zur Versicherung, die Kunden, die eigentlich gekündigt worden wären, weil sie ihre Beiträge nicht zahlen, und die reinen Anwartschaftsversicherungen ergibt sich ein Netto-Zugang von 99.000 Vollversicherten.
Insgesamt zählt der Verband jetzt 8,81 Millionen Beitragszahler mit einer Vollversicherung. Das entspricht einem leichten Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Etwas besser schaut es bei den Zusatzversicherungen aus. 730.000 Verträge (plus 3,5 Prozent) kamen hinzu, so dass jetzt 21,71 Millionen Policen zu Buche stehen. Bei den Pflegezusatzversicherungen waren es 165.100 neue Kunden (plus 12,5 Prozent). „Die Notwendigkeit einer zusätzlichen Absicherung für den Pflegefall rückt also durchaus ins Bewusstsein der Menschen“, heißt es in der Pressemitteilung. Mit 1,48 Millionen Verträgen sei bislang allerdings nur eine recht niedrige Absicherungsquote erreicht worden.
Die Beitragseinnahmen in der Krankenversicherung stiegen um 3,7 Prozent auf 29,41 Milliarden Euro. In der Pflegeversicherung wurden 5,7 Prozent mehr und insgesamt 2,08 Milliarden Euro eingenommen. Gleichzeitig stiegen auch die Versicherungsleistungen, die erbracht werden mussten, um 4,6 Prozent auf 20,45 Milliarden Euro in der Krankenversicherung und um 9,1 Prozent auf 0,678 Milliarden Euro in der Pflegeversicherung. Diese Entwicklung bereitet den PKV Sorgen: „Im Interesse unserer Versicherten kann der überproportionale Kostenanstieg in Zukunft nicht ungebremst so weitergehen.“



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