Bundeswirtschaftsministerium sieht keinen Reformbedarf bei privaten Krankenversicherungen

Die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) vom Forschungsinstitute IGES und Bert Rürup erstellte Studie zur privaten Krankenversicherung – wir berichteten – wird auch weiterhin Verschlusssache bleiben. Direkt nach der Veröffentlichung hat Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) das für die PKV wenig schmeichelhafte Papier in die Schublade gesperrt. Kein Reformbedarf bei den privaten Krankenversicherungsunternehmen, lautet inzwischen das Fazit. Für die Macher der Studie absolut unverständlich angesichts der Schwächen, die aufgezeigt werden.

Kritisiert wurde vor allem die Entwicklung bei den Ausgaben für Medikamente und ärztliche Leistungen. Nicht minder schwer wiegen die Vorwürfe, zu wenig um ältere Kunden zu buhlen, deren Wechselbereitschaft nicht ernst zu nehmen und die Prämien zu stark anzuheben. Insgesamt stellten IGES und Rürup der privaten Krankenversicherung kein sonderliches gutes Zeugnis aus.

Zumindest im Punkt Altersrückstellung und Wechsel hält das Bundeswirtschaftsministerium gegen die Vorwürfe. Eines der Kernelemente des Wettbewerbsstärkungsgesetzes sei die im Jahr 2009 eingeführte Möglichkeit der Teilmitnahme der Altersrückstellung, betonte Staatssekretär Bernd Heitzer. Sie müsse allerdings noch einer Wirkungsprüfung unterzogen werden.

Zugeständnisse macht das BMWi bei den stark gestiegenen Ausgaben im Bereich der ärztlichen Leistungen. Als Verbesserungsvorschlag nannte Bernd Heitzer, zukünftig abweichende Vereinbarungen mit den Ärzten zu treffen. Zufriedenstellen kann er die Verantwortlichen der Studie mit diesen Aussagen nicht. Insbesondere der Aspekt Teilmitnahme als Konstruktion der Portabilität wird von ihnen als „verfehlt“ bezeichnet. Der Nutzen für die Versicherten sei zu gering. Grund für diese Einschätzung dürfte sein, dass die Höhe der Rückstellungsmitnahme gedeckelt ist.

Speak Your Mind

*