5.015 Beschwerden wurden im vergangenen Jahr gegen die privaten Krankenversicherungen eingereicht, 15 Prozent mehr als 2008 (4.200). Das geht aus der Statistik des zuständigen Ombudsmanns hervor. Mit Blick auf die Gesamtzahl der privat Krankenversicherten hält sich die Beschwerdequote allerdings in Grenzen. 8,8 Millionen Kunden mit Vollversicherung zählen die PKV. Damit haben sich weniger als ein Prozent an die Schlichtungsstelle gewandt.
Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Beschwerden in diesem Jahr weiter steigen wird. Der häufigste Grund, weshalb Kunden sich über ihre private Krankenversicherung beschwert haben, war und wird auch weiterhin die Notwendigkeit medizinischer Leistungen sein.
Helmut Müller, Mitarbeiter der Schlichtungsstelle, die von den Versicherungsbeiträgen finanziert wird, sprach während der Tagung des Bundes der Versicherten (BdV) von einem Trend, was die Unzufriedenheit der Versicherten betrifft. Er belegte diese Aussage mit Hochrechnungen und einer Analyse der Beschwerdeeingänge in der Zeit von Januar bis März 2010.
Ausgehend von diesen Zahlen werden der Ombudsmann und seine Mitarbeiter im laufenden Jahr noch mehr zu tun haben. Rückschlüsse auf die Situation der privaten Krankenversicherung können trotz oder gerade wegen dieser Zahlen nicht gezogen werden. Letztlich sind es nur 0,06 Prozent der Versichertengemeinschaft – inklusive der gesetzlich Krankenversicherten mit Zusatzpolice –, die den Ombudsmann eingeschaltet haben.
Ob eine Behandlung medizinisch notwendig ist, stand dabei zu 22,9 Prozent zur Debatte und erwies sich erneut als größter Streitpunkt. Deutlich dahinter folgen erst die Beschwerden über die Beiträge. Sie machen nur 13,9 Prozent aus. Die allgemeinen Versicherungsbedingungen kommen auf 10,4 Prozent, die Kündigung des Vertrages auf 9,0 Prozent und die Gewährleistung von Heil-, Hilfs- und Arzneimitteln auf 8,2 Prozent.
Geht es um die Anpassung der Beiträge, zeigten sich ebenfalls 8,2 Prozent unzufrieden – deutlich weniger als man annehmen sollte. Denn gerade beim Geld hört in der Regel doch die Freundschaft auf.



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