Forderung: Das Arznei-Sparpaket auf die private Krankenversicherung ausweiten

Die Ausgaben für Arzneimittel gehören zu den Problemen, mit denen nicht nur die gesetzlichen, sondern auch die privaten Krankenversicherungen zu kämpfen haben. Bislang dreht sich beim geplanten Sparpaket der Bundesregierung jedoch alles nur um die Interessen der gesetzlichen Kassen. Michael Hennrich, Arzneimittel-Experte der Unionsfraktion, forderte daher im Gespräch mit der „Ärzte Zeitung“, sich auch um die PKV zu kümmern und Spielräume zur Kostendämpfung zu schaffen, um das System überlebensfähig zu halten.

„Es ist auch eine soziale Frage, dass wir die Entwicklung der Ausgaben bei der PKV in den Blick nehmen“, ergänzt Jens Spahn (CDU). Denn gerade für einkommensschwache Beamte und Pensionäre seien die Beitragssatzerhöhungen kaum noch zu stemmen. Dass Handlungsbedarf besteht, beweist das Gutachten von IGES und Rürup (wir berichteten), das im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt wurde, aber sehr schnell im „Giftschrank“ landete. Die Aussagen in dem Papier sind relativ klar: Die privaten Krankenversicherungen sehen sich mit drastisch steigenden Ausgaben für Medikamente und ärztliche Leistungen konfrontiert.

Wenn sich das Arzneimittel-Sparpaket der Bundesregierung wie geplant ausschließlich auf die gesetzlichen Krankenkassen konzentriert, könnte diese Entwicklung noch verschärft werden, warnt Michael Hennrich. Er befürchtet, dass die Pharmaindustrie ihre Gewinneinbußen über höhere Preise für Kunden der privaten Krankenversicherungen kompensiert. Eine Umsetzung des Paketes eins zu eins auf die PKV sei allerdings nicht möglich. Dafür seien die Systeme zu unterschiedlich. Angst vor der Reaktion der Industrie habe er nicht, sagt Hennrich. Ihm gehe es um die Versicherten der PKV.

Die Versicherungsunternehmen dürfte er ohnehin auf seiner Seite haben. Die privaten Krankenversicherungen fordern seit längerer Zeit mehr Mitspracherecht bei der Preisgestaltung und haben bereits auf die Pläne von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) reagiert. Sie erwarten, dass auch die neun Millionen privat Versicherten von den geplanten Arzneirabatten profitieren dürfen.

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