An Ideen, die Kassen der gesetzlichen Krankenversicherungen zu füllen und deren Defizit zu verringern, mangelt es nicht. Sie reichen von schlankeren Verwaltungsstrukturen bis hin zu den bereits eingeführten Zusatzbeiträgen. Jetzt steuert der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach einen neuen Vorschlag bei, mit dem er ganz sicher keine offenen Türen einrennen, sondern eher vor eine Mauer der Ablehnung laufen wird. Er schlägt vor, dass die Mitglieder der privaten Krankenversicherungen bis zu 200 Euro pro Monat in den Gesundheitsfonds einzahlen sollen – als Solidarabgabe.
Diesen Betrag macht Karl Lauterbach am Solidarausgleich fest, der bei den gesetzlichen Kassen Usus ist. Seinen Berechnungen zufolge steuern gut verdienende Versicherte monatlich 200 Euro bei, um den niedrigeren Beitrag von Geringverdienern zu kompensieren. Die privaten Krankenversicherungen bleiben bei diesem System ganz außen vor. Ginge es nach dem Gesundheitsexperten der SPD, müsste dieser Umstand geändert werden und sollen auch die seiner Meinung nach finanziell besser gestellten PKV-Kunden einen Beitrag leisten.
Der PKV-Verbandssprecher Stefan Reeker spricht angesichts dieser Idee von „ideologischem Populismus“, der CSU-Politiker Johannes Singhammer von „hellem Wahnsinn“ und einer „sozialistischen Sondersteuer für Beamte und kleine Selbständige“, die „alleine vom Neidgedanken getragen“ werde. In der PKV seien keineswegs nur Gutverdiener vertreten. 50 Prozent der privat Krankenversicherten erzielten ein Einkommen von unter 2.500 Euro, bei 70 Prozent seien es weniger als 3.750 Euro. Für die meisten PKV-Kunden, von denen längst nicht alle freiwillig in einer privaten Krankenversicherung seien, würde eine solche Sonderabgabe eine enorme Mehrbelastung darstellen.



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